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Mittwoch, 1. Oktober 2025

Interview mit ...der Fahnermedien

 

Fahnermedien, ein kleiner aber feiner Verlag im schönen Frankenland, genauer gesagt Lauf. Lauf ist im Grunde eine schöne Stadt mit viel Stadtgeschichte. Und alten Gemäuern, Reste der Stadtmauer – eben Geschichte. Und auf der Frankenbuch habe ich am 27.9. diesen schönen Verlag kennen gelernt und möchte Euch den vorstellen. Wie ist es vom lokalen Zeitungsverlag zu einem modernen Medienunternehmen gekommen? Frau Durmann, erzählen Sie bitte mal mehr von diesem fränkischen Verlag.


  • Mögen Sie Ihren Verlag einmal in kurzen Worten vorstellen? Wie ist seine Entstehungsgeschichte?

Gerne! Der Fahner Verlag hat eine lange Geschichte – er wurde bereits 1907 von Hans Fahner in Lauf an der Pegnitz gegründet. Damals hat er auch die erste Ausgabe der Pegnitz-Zeitung herausgebracht – das war eine kleine, sechseitige Zeitung mit einer Auflage von rund 500 Exemplaren. Gedruckt hat er sie auf einer gebrauchten Schnellpresse in seiner eigenen Druckerei. Damit legte er den Grundstein für das, was heute ein regional verwurzelter Medienverbund ist.

Im Lauf der Jahre hat sich daraus ein moderner Medienbetrieb entwickelt, der nicht nur die Pegnitz-Zeitung herausgibt, sondern auch weitere lokale Publikationen und natürlich unseren kleinen Buchverlag.

Unser Buchverlag ist übrigens ein Herzensprojekt – er wurde ins Leben gerufen, um lokalen Autorinnen und Autoren eine Plattform zu bieten. Da ist mittlerweile eine schöne Bandbreite an Büchern erschienen: von Krimis über Ratgeber bis hin zu regionalgeschichtlichen Werken.

  • Wie viele Mitarbeiter sind für den Buchverlag zuständig?

Unser Buchverlag ist bewusst klein und persönlich aufgestellt – aktuell sind wir ein Team von vier festen Mitarbeitenden. Dazu gehören Lambert Herrmann als Verleger, Lisa Pitroff im Vertrieb sowie ein Layouter, der für die Gestaltung der Buchcover und des Innenlayouts verantwortlich ist. Ich selbst bin als Lektorin die erste Anlaufstelle für unsere Autoren und Autorinnen. 

  (Bild ist von dem Verlag)

  • Was ist das Besondere an diesem Verlag? 

Wir sind wie gesagt ein sehr kleiner Verlag. Das ermöglicht es uns, sehr nah an unseren Autorinnen und Autoren zu arbeiten. Unser Ziel ist es, heimischer Literatur eine Plattform zu geben – denn wenn sie keine Sichtbarkeit bekommt, geht sie womöglich verloren. Durch den direkten Kontakt und unser persönliches Engagement – etwa durch Interviews in der Presse oder die Vernetzung mit Buchhandlungen – setzen wir uns intensiv dafür ein, dass jedes Buch auch wirklich sein Publikum findet.

  • Werbung für den Verlag, wie gestaltet diese sich?

Ein großer Vorteil ist, dass wir unsere eigene Zeitung herausgeben – das ist natürlich eine tolle Plattform, um auf unsere Bücher aufmerksam zu machen. Neue Titel stellen wir dort regelmäßig in Artikeln oder Interviews mit den Autorinnen und Autoren vor. Zusätzlich schalten wir Anzeigen – sowohl in unseren eigenen Medien als auch zum Beispiel im Börsenblatt. Und natürlich nutzen wir auch die sozialen Medien, um unsere Bücher sichtbar zu machen und mit Leserinnen und Lesern direkt in Kontakt zu treten. Wir setzen ganz gezielt auf eine Mischung aus klassischen und digitalen Kanälen.

  • Gibt es einen Schwerpunkt bzw. eine bestimmte Genre in Bezug Bücher in Deinem Verlag? Z. B. Krimis, Kinderbücher oder Romantik?

Ja, absolut – der Schwerpunkt unseres Verlags liegt ganz klar auf der Regionalität. Unser Steckenpferd sind regionale Krimis, die nicht nur spannende Geschichten erzählen, sondern auch das Lebensgefühl und die Besonderheiten unserer Heimat widerspiegeln. Beim Lesen sollen die Leserinnen und Leser das Gefühl haben: „Da war ich doch schon mal“ oder „Das Restaurant kenne ich.“ 

Darüber hinaus sind auch unsere Wanderführer und Bildbände über die Region sehr beliebt. Uns ist wichtig, dass unsere Bücher einen starken Bezug zur Region haben – sei es durch den Inhalt, die Schauplätze oder die Menschen, die darin vorkommen. Damit schaffen wir nicht nur Unterhaltung, sondern auch Identifikation.

    (Bildbände -- ich mag Bildbände sehr gerne) 

  • Thema Buchmessen? Wie steht der Verlag zu Buchmessen?

Wir sind auf kleineren Buchmessen sehr gerne vertreten, denn das ist eine super Gelegenheit, unseren Verlag und unsere Bücher zu präsentieren. Vor allem ist es eine wichtige Plattform, um mit neuen Autorinnen und Autoren in Kontakt zu kommen und natürlich zum Netzwerken.

Bei großen Veranstaltungen wie der Frankfurter Buchmesse sieht die Sache allerdings etwas anders aus: Da geht man als kleiner Verlag leider schnell unter und fällt kaum auf. Deshalb schicken wir nur dann einen Titel dorthin, wenn wir gerade etwas ganz Besonderes im Programm haben, das wir am Gemeinschaftsstand zeigen möchten – auch wenn der Erfolg dort meist eher überschaubar bleibt. Für uns sind Buchmessen vor allem eine Möglichkeit, Sichtbarkeit zu schaffen und neue Verbindungen zu knüpfen.

    (jedenfalls habe ich durch die Frankenbuch den tollen Verlag kennen lernen dürfen) 

  • Wie siehst Du das Verhältnis von E-Books und gebundenen Büchern? Gibt es vielleicht bald keine gedruckten Bücher mehr? Oder ist so ein E-Books eine gute Ergänzung?

Ich denke, E-Books sind definitiv eine sinnvolle Ergänzung – vor allem für unterwegs oder für Menschen, die viel reisen oder keinen Platz für volle Bücherregale haben. Aber ich persönlich hoffe nicht, dass das gedruckte Buch jemals vollständig ersetzt wird. Es ist einfach ein ganz anderes Leseerlebnis: Ein Buch in der Hand zu halten, die Seiten umzublättern, vielleicht sogar den Geruch von Papier – das hat etwas Sinnliches und Bleibendes. Viele schätzen genau dieses sinnliche Leseerlebnis – und das ist auch der Grund, warum wir uns im Verlag ganz bewusst auf Printbücher konzentrieren. Wir stellen keine E-Books her, weil wir den Wert und die Beständigkeit des gedruckten Buches in den Mittelpunkt stellen.

    (also, genau mein Ding. Ich mag keine E-Books) 

  • Was zeichnet in Ihren Augen ein gutes Buch aus?

Was ein gutes Buch ausmacht, ist natürlich immer ein Stück weit subjektiv – jeder Leser empfindet da etwas anderes. Aber für mich persönlich ist ein gutes Buch eines, das mich auf irgendeine Weise berührt oder fesselt. Wenn ich beim Lesen die Zeit vergesse, völlig in die Geschichte eintauche – und plötzlich ist das Buch zu Ende, und ich merke erst dann, dass ich seit Stunden gelesen habe – dann war es ein wirklich gutes Buch. Es muss nicht immer laut oder spektakulär sein, aber es sollte etwas in einem auslösen, das bleibt.

  • Welche Voraussetzungen muss für Sie ein Manuskript erfüllen, damit es in die engere Auswahl für eine Veröffentlichung gelangt?

Da gibt es bei uns tatsächlich mehrere Kriterien. Zuerst einmal ist uns der regionale Bezug sehr wichtig – das ist sozusagen die Grundvoraussetzung, damit ein Manuskript überhaupt zu unserem Verlagsprofil passt. Besonders bei Krimis legen wir natürlich Wert darauf, dass sie spannend erzählt sind und den Leser mitreißen.

Auch die Sprache spielt eine große Rolle: Der Text sollte angenehm zu lesen sein und handwerklich – also orthografisch und grammatikalisch – schon gut gearbeitet. Als kleiner Verlag haben wir schlichtweg nicht die Kapazitäten, ein Manuskript mehrfach komplett zu überarbeiten.

Inhaltlich muss die Geschichte schlüssig und gut strukturiert sein, mit Figuren, die glaubwürdig sind – bei denen man mitfühlen kann.

Und zu guter Letzt schauen wir natürlich auch: Gibt es einen Markt für das Buch? Wir müssen das Gefühl haben, dass wir es erfolgreich an unsere Leserinnen und Leser bringen können. Wenn all diese Punkte zusammenpassen, dann kommt ein Manuskript bei uns in die engere Auswahl.

  • Wie sieht die Zukunft aus oder wie könnte die Zukunft aussehen? 

Natürlich hoffen wir, dass wir unseren Buchverlag auch in Zukunft weiterführen können. Gerade für kleinere Verlage sind die aktuellen Zeiten nicht ganz einfach – die Herstellungskosten steigen, und es wird immer schwieriger, Bücher wirklich wirtschaftlich zu produzieren. Aber wir glauben an das, was wir tun, und daran, dass es ein Publikum für gute, regionale Bücher gibt.

Für die Zukunft möchten wir unsere Reichweite noch weiter ausbauen – vor allem auch über soziale Medien, weil man dort einfach einen direkten Draht zu Leserinnen und Lesern bekommt. Und wer weiß, vielleicht wagen wir uns irgendwann auch mal an ein Hörbuch. Ideen und Motivation sind auf jeden Fall da – jetzt geht es darum, Schritt für Schritt die richtigen Wege zu finden.

  • Ihre Buchempfehlung für die Leser?

Da habe ich gleich zwei Empfehlungen – je nachdem, was man gerne liest.

Für alle Krimifans empfehle ich unseren neuesten Titel: „Zerfressen“ von Norbert Bengl. Der Krimi spielt in Lauf, ist spannend, hat aber auch eine gute Portion Humor – also genau das, was unsere regionalen Krimis so besonders macht.

Und wer gerne draußen unterwegs ist und sich für Geschichte und alte Legenden interessiert, dem lege ich „Unheimliche Orte in Franken“ von Alexander und Simone Pavel ans Herz. Das Buch führt an geheimnisvolle, manchmal richtig gruselige Orte in Franken – kombiniert mit volkstümlichen Sagen, spannenden Geschichten und tollen Fotografien. Ein echter Geheimtipp für Ausflüge mit Gänsehaut-Faktor!

    (Unheimliche Orte in Franken -- das kommt auf jeden Fall auf meine Wunschliste!!) 

https://www.buchtraum.de/wp-content/uploads/2025/07/Titel-Zerfressen-350x537.jpg  https://www.buchtraum.de/wp-content/uploads/2023/09/Titel-Unheimliche-Orte-480x402.jpg beiden Bilder von Fahnermedien

  • Und zu guter Letzt, gab es für Sie es ein besonderes Erlebnis im Verlag?

Oh, da gibt es tatsächlich einige schöne Momente – aber ein besonders bewegender war für mich damals die Veröffentlichung des ersten Buches, an dem ich mitarbeiten durfte. Meinen Namen zum ersten Mal im Impressum eines gedruckten Buchs zu sehen, das war schon ein richtig besonderer Augenblick für mich.

Ein anderes schönes Erlebnis ist immer wieder der Moment, wenn Autorinnen und Autoren zum ersten Mal ihr eigenes Buch in den Händen halten. Gerade bei uns, wo sich viele den Wunsch der eigenen Biografie in Kleinstauflage erfüllen, ist das oft ein sehr bewegender Augenblick. Da wird deutlich, wie viel Herzblut in einem Buch steckt – und wie wichtig es ist, diese Geschichten sichtbar zu machen. Für uns als Verlag ist das immer wieder eine große Freude und Bestätigung für unsere Arbeit.

 Vielen Dank, Frau Durmann. Ein sehr interessantes Interview. Ich habe mich jedenfalls sehr gefreut, "Euch" als Verlag auf der Frankenbuch in Nürnberg kennen lernen zu dürfen.  (Bild ist von dem Verlag)

 

Hier noch ein paar Infos zu den oben genannten Büchern:

Zerfressen. Professor Berger ermittelt - Norbert Bengl

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Manchmal ist es aber auch nur

Zerfressen

Professor Bert Berger konnte sich selbst in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen, dass sich nach seinem Vortrag am Laufer Gymnasium sein ganzes Leben umkrempeln würde. Und zwar so was von!

Er erwartete weder, dass er eine säurezerfressene Leiche noch die Liebe seines Lebens finden würde. Auch hatte er nicht ahnen können, dass er gekidnappt oder gar mit Waffen bedroht werden würde. Oder gar mit gebrochenen Knochen im Krankenhaus erwachen könnte.

Was einem halt so passiert, in der fränkischen Provinz! Wie Raub, Mord, Lust, Entführung und manchmal vielleicht auch etwas Romantik. So kommt es erstens anders und zweitens als man denkt und drittens kommt es manchmal vielleicht sogar ganz, ganz anders …

ISBN: 978-3-942251-88-4 14,80 €

Unheimliche Orte in Franken – Alexander und Simone Pavel

Vorsicht!
Ich bin kein harmloses Buch. Ich wurde geschrieben, um dich das Fürchten zu lehren. Vor all dem Bösen, das im Dunkeln und an verfluchten Orten darauf lauert, zuzuschnappen und dich unwiederbringlich in das Schwarz der Nacht zu zerren.
Orte, an denen einst grausame Taten verübt wurden und die als nie verheilende Wunden zwischen Zeit und Raum klaffen. Orte, deren Existenz sich die Menschen nur mit schrecklichen, der eigenen Wahrnehmung entrückten Vorkommnissen erklären können. Ich nehme dich dorthin mit, wo verdammte Seelen umgehen und wo Geister, Teufel und Dämonen ihr furchtbares Unwesen treiben.
Derartige Orte gibt es überall auf der Welt. Viele davon findest du in Franken. Ich werde sie dir zeigen und dir ihre Geschichten in völlig neuen Interpretationen erzählen. Mach es dir gemütlich, dimme das Licht und freue dich darauf, 50 der unheimlichsten Orte Frankens kennen zu lernen.

ISBN: 978-3-942251-70-9  28,00 €

 

 


 

Freitag, 22. Dezember 2023

Interview mit ...ELMAR VErlag

 

Es  ist Oktober 2023, Buchmessenzeit. Ich schlendere so durch die Gänge und bin eigentlich auf der suche nach dem Cadmos Verlag. Nun gut, ich habe ihn gefunden. Daneben ist ein kleiner erst mal unauffälliger Verlag. Der ELMAR Verlag. Aber ich bin ja neugierig und schaute mir den Verlag mit dem himmelblauen Buch genauer an. Denn ich finde, jeder Verlag sollte angeschaut werden! Ich bereue es nicht, dort „versteckte“ sich ein richtig toller Verlag. So kam ich mit dem Verleger in ein interessantes Gespräch und als ich erfuhr, dass es diesen kleinen, feinen Verlag erst  seit recht kurzer Zeit gibt, war für mich klar: Hier steht ein Verlagsinterview an. Und hier ist das Ergebnis!

Ich danke Ellen und Markus Lutum ganz herzlich dafür. Auch für das Rezensionsexemplar „ AufWolke 7 ist noch Luft nach oben." Die Rezension folgt, aber es hat mich überzeugt, das Buch!

Magst Du Deinen Verlag einmal in kurzen Worten vorstellen? Wie ist seine Entstehungsgeschichte?

Hallo, ich bin Ellen Lutum und mit meinem Mann Markus haben wir dieses Jahr den ELMAR Verlag gegründet. Wie ist seine Entstehungsgeschichte? Im Jahr 2020 habe ich mein erstes Buch „Sei die Liebe deines Lebens“ als Selfpublishing Buch herausgebracht. Dieses Buch hat alle Erwartungen weit übertroffen, was u.a. daran liegt, dass wir uns so viel Unterstützung und auch eigenes Wissen in Sachen Marketing angeeignet haben und natürlich nur mit Profis zusammen arbeiten. Das heißt, dass das Buch ein professionelles Lektorat, Cover und auch Satz bekommen hat. Mein 2. Buch haben wir mit einem Fremdverlag veröffentlicht und wir haben selber gemerkt, wie wenig Einfluss wir auf diese Prozesse hatten und wie schnell ein Buch „abgeschrieben“ ist. Beim schreiben meines 4. Buches war dann wieder die Überlegung, wie veröffentlichen wir es? Und da war es ein logischer Schluss, dass wir gesagt haben; Als eigener Verlag. Und somit haben wir alle Produkte, die ich bislang entworfen und veröffentlicht habe, neu aufgelegt und im ELMAR Verlag neu veröffentlicht. 

EllenUndMarkus.png  (Bild gemopst von ELMAR Verlag)

Seit wann gibt es den Verlag?

Seit September 2023

Wie kommt man zu seinem eigenen Verlag?

Ich glaube, die Entstehungsgeschichte beschreibt es ja ganz gut. Der eigentliche „Akt“ des Verlagsgründens war recht unspektakulär. Man gründet eine Firma, meldet es beim Gewerbeamt und das wars. Wievielte Mitarbeiter hat dieser Verlag? • Wir arbeiten z. Zt. Mit Freelancern. Wir haben ein recht großes Netzwerk an Lektoren, Grafikern, Setzern. Dazu kommen unsere Sozial Media Unterstützer wie auch unsere Presseabteilung. Ich begleite mehrere Autoren in ihren Schreibprozessen und schreibe natürlich auch selber an neuen Büchern. Markus ist der Mann für alles- bei ihm laufen alle Fäden zusammen und er ist in stetiger Kommunikation mit unseren Freelancern.

Wievielte Mitarbeiter hat dieser Verlag?

Wievielte Mitarbeiter hat dieser Verlag? • Wir arbeiten z. Zt. Mit Freelancern. Wir haben ein recht großes Netzwerk an Lektoren, Grafikern, Setzern. Dazu kommen unsere Sozial Media Unterstützer wie auch unsere Presseabteilung. Ich begleite mehrere Autoren in ihren Schreibprozessen und schreibe natürlich auch selber an neuen Büchern. Markus ist der Mann für alles - bei ihm laufen alle Fäden zusammen und er ist in stetiger Kommunikation mit unseren Freelancern.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Deinem Verlag aus?

Es gibt keinen „Normalen“ Tag. Es gibt Zeiten, die sind etwas ruhiger, weil einfach alle Prozesse gut laufen und dann gibt es Zeiten, da hat der Tag einfach zu wenig Stunden. Wenn z.B. Buchveröffentlichungen anstehen, ist das sehr freudig nervenaufreibend. Oder die Vorbereitungen für Buchmessen oder Events.

Was ist das Besondere an diesem Verlag?

Die Unterstützung die Autoren bei uns bekommen, hängt nicht von ihrer Größe und Reichweite ab. Wir haben unterschiedliche Möglichkeiten Autoren zu unterstützen. Sei es direkt mit einer Schreibbegleitung, Konzepterstellung oder auch nur die Veröffentlichung, wenn jemand schon geschrieben hat. Die Möglichkeiten sind einfach sehr vielfältig und wir können die Verträge unterschiedlich anpassen. Wir wissen, wie wichtig Hochwertige Cover und ein hochwertiges Lektorat ist und achten da auf gute Qualität.

Werbung für den Verlag, wie gestaltet diese sich?

Wir sind dieses Jahr auf der Frankfurter Buchmesse aufgetreten, berichten in Sozialen Medien ebenso wie in der Presse. Unsere PR Agentin nimmt gerade Fahrt auf und wird im neuen Jahr richtig loslegen.

Gibt es einen Schwerpunkt bzw. eine bestimmte Genre in Bezug Bücher in Deinem Verlag? Z. B. Krimis, Kinderbücher oder Romantik?

Ja, wir sind ein Ratgeber Verlag.

Thema Buchmessen? Wie steht der Verlag zu Buchmessen?

Wir waren im Oktober auf der Frankfurter Buchmesse und überlegen gerade, ob wir auch zur Leipziger Buchmesse fahren. Es ist zwar ein hoher Aufwand- finanziell als auch zeitlich, aber für uns war es ein voller Erfolg. Es tut gut, sich mit anderen Verlagen auszutauschen, ein gutes Netzwerk aufzubauen oder zu pflegen.

Durch wie viele Hände geht ein Buch auf seinem Weg vom Schriftsteller bis hin zur Veröffentlichung?

Oh das sind ein paar. Fangen wir mit der Schreibbegleitung an, dann kommt das Lektorat. Das lektorierte Buch muss vom Autor wieder überarbeitet werden. Dann wieder zum Lektor. Dann kann das lektorierte Buch zum Grafiker und Cover Designer. Einmal für die Innenillustrationen, wenn es welche gibt und für das Cover, muss der Designer ja wissen, um was es geht. Wenn das fertig ist, geht das Buch in den Buchsatzt. Es gibt meistens mehrere fertige Buchsatz Versionen, so dass der Autor mit dem Verlag entscheidet, welche die Finale Version geht. Dann wird das Buch für den Druck und das Ebook vorbereitet. Es müssen Titel, Buchrücken und Buchklappen Texte geschrieben und finalisiert werden. Für mich als Autorin ist dieser Prozess beinahe anstrengender, als das schreiben ansich.

Wie kommt der Preis von einen Buch zustande?

Einerseits hat das mit den Kosten zutun und natürlich auch die Situation am Markt. Es ist eine Abwägung. Gibt es ein Hardcover? Ist es ein schwarz- weiß Druck? Wie viele Bilder sind dabei? Wieviel kosten ähnliche Bücher? Gibt es einen Download Bereich? Gibt es Bonuse? Wie siehst Du das Verhältnis von E-Books und gebundenen Büchern? Ich persönlich mag beides. Wenn es keine E-Books gäbe, hätte ich ein großes Lagerungsproblem. Andererseits hat ein Buch in der Hand auch einen großes Charme. Aus Verlagssicht wäre es fatal, kein E-Book zu verkaufen, weil da die größte Mage ist.

 Gibt es vielleicht bald keine gedruckte Bücher mehr?

Ich kann nicht in die Zukunft sehen, aber ich glaube es nicht. Oder ist so ein Ebook eine gute Ergänzung? S.O.

 Was zeichnet in Deinen Augen ein gutes Buch aus?

Wir alle lieben Geschichten. Ich persönlich mag Bücher, wo ich mich angesprochen fühle. Geschichten, die ich mit meinen eigenen vergleichen kann. Bücher, wo ich direkt in die Umsetzung gehen kann. Oder auch Bücher, die mich mitnehmen in fremde Welten. Wo ich eintauchen kann. Bücher, die ihren Mehrwert so gut erzählen, dass sie auf den erhobenen Finger verzichten können.

Wie viele Autoren arbeiten derzeit Deinen Verlag?

Mit mir selber sind es gerade 8 Autoren.

Gibt es Autoren, von denen Du unbedingt mal gerne was verlegen würdest?

 Ehrlich? Ich liebe Geschichten und ich finde, jeder von uns hat viel zu erzählen um die Welt damit zu bereichern. Man muss nicht erst jemand sein um das aufs Papier zu bringen.

Welche Voraussetzungen muss für Dich ein Manuskript erfüllen, damit es in die engere Auswahl für eine Veröffentlichung gelangt?

Die Geschichte muss einen gewissen Mehrwert haben, der unsere Werte wiederspiegelt. Das wars eigentlich schon. Denn dann können wir gemeinsam ein Konzept erstellen und mit dem Schreiben loslegen. Wenn das Manuskript fertig ist, muss es mich berühren.

Wie unterstützt  Du die Autoren in Bezug auf Werbung?

Der Verlag macht die Werbung für die Autoren. Es ist eine Absprache, was man tun kann, welche Medien man nutzen kann. Es liegt natürlich auch an der Bereitschaft der Autoren. Wären Podcast Interviews möglich? Gibt es Zeitschriften? Bilder? Also wir können da viel machen, wenn die Autoren das auch so wollen. Wie kommen die Autoren auf den Verlag / bzw. zu diesen Verlag? Welche Kriterien sind da auschlaggebend? • Wir haben viele Autoren auf der Buchmesse kennengelernt und bekommen über Instagram viele Anfragen. Wir sprechen dann miteinander und meistens ist es auch die Chemie, die stimmen muss. Es gibt da keine Grundlegenden Kriterien.

Wie kommen die Autoren auf den Verlag / bzw. zu diesen Verlag? Welche Kriterien sind da auschlaggebend?

Wir haben viele Autoren auf der Buchmesse kennengelernt und bekommen über Instagram viele Anfragen. Wir sprechen dann miteinander und meistens ist es auch die Chemie, die stimmen muss. Es gibt da keine Grundlegenden Kriterien.

Wie sieht die Zukunft aus oder wie könnte die Zukunft aussehen?

 

Wir möchten Bücher herausbringen, die etwas verändern. Die Menschen guttun. Bücher die zum anders denken inspirieren. Denn wir brauchen dieses Anders denken für eine gute und liebevolle Zukunft.

Deine Buchempfehlung für die Leser?

Na, meine Bücher 😉

Und zu guter Letzt, gibt es ein besonderes Erlebnis im Verlag /vom Verlag?

Nein- es sind so viele magische Momente. Das erste gedruckte Buch in den Händen zu halten, die Coverpräsentationen, die Messe Erfahrungen, die ersten Autorenverträge. Es ist etwas ganz besonderes.

 

Sonntag, 23. Juli 2023

Interview mit ...lichtungs Verlag

 Lange, lange ist es her, dass es mal ein Interview gab. Vor allem mit einem Verlag. Doch nun in den Sommerurlaub habe ich es geschafft, die Kristina vom lichtungs Verlag für ein Interview zu gewinnen. Getroffen habe ich sie auf der diesjährigen Buchmesse in Leipzig.  Da ist mir das interessante Buch "Spukhafte Fernwirkung" aufgefallen. Ein sogenanntes "Mitmachbuch" meine Rezension findet ihr hier dazu.

Und so möchte ich Euch den Verlag einmal näher vorstellen, bzw. das macht Kristine für mich :-)

Also liebe Kristine, erzähl uns mal etwas über deinen Verlag.

 

 Lichtung Verlag (Grafik von lichtungs Verlag)

·        Magst Du Deinen Verlag einmal in kurzen Worten vorstellen? Wie ist seine Entstehungsgeschichte?

Den lichtung verlag gibt es tatsächlich schon ziemlich lange: Seit Ende der 1980er Jahre, damals haben sich einige Kulturinteressierte in der Region zusammengetan, um zunächst einen Verein und eine Kulturzeitschrift zu gründen. Im Bayerischen Wald war damals kulturell noch nicht so viel geboten wie heute, die Region war stark touristisch geprägt, daher wollte man selbst etwas auf die Beine stellen und sich vernetzen.

·        Seit wann gibt es den Verlag?

Der Verlag wurde dann offiziell 1990 als GmbH gegründet. Zur Zeitschrift lichtung waren nämlich die ersten Bücher dazugekommen, und eine Gesellschaft konnte das finanziell besser stemmen als der Verein.

·        Wie kommt man zu seinem eigenen Verlag?

Ich bin noch nicht seit Anfang an dabei, der Verlag ist ja fast so alt wie ich. Ich habe während meines Germanistik-Studiums schon angefangen, im Verlag mitzuarbeiten, und nach meinem Abschluss habe ich dann direkt im Verlag angefangen. 2014 ist der bisherige Verleger Hubert Ettl in Ruhestand gegangen, er hat den Verlag an mich und meine Kollegin Eva Bauernfeind übergeben. 

  Bild von lichtungs Verlag. In der mitte Kristine Pöschl.

·        Wievielte Mitarbeiter hat dieser Verlag?

Wir sind tatsächlich nur zu zweit im Büro! Eva betreut hauptsächlich das Magazin und ich vor allem die Bücher. Aber natürlich gibt es viele Überschneidungen, wir sprechen uns ab, sie lektoriert auch die Bücher, ich setze das Magazin. Außerdem haben wir eine Buchhalterin, die zwei Vormittage pro Woche da ist. Und dann haben wir im Hintergrund noch unsere Redaktion und die Gesellschafter, die uns unterstützen.

·        Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Deinem Verlag aus?

Einen ganz normalen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht, weil wir beide nicht nur im Verlag arbeiten, sondern auch noch Nebentätigkeiten haben. Die Bezahlung in einem kleinen Verlag ist nämlich nicht gerade üppig! Ich erledige, was gerade ansteht. Die Arbeit ist sehr vielseitig, das ist das Schöne daran, einen kleinen Verlag zu haben. Ich lese Mails und beantworte Anfragen, bearbeite Buchbestellungen und verschicke Bücher, ich kontaktiere Veranstalter und die Presse, ich betreue unsere Social-Media-Kanäle und die Webseite, ich erstelle Prospekte, Anzeigen und Plakate, melde neue Titel an, erstelle die Jahresbilanz, fahre zu Lesungen, wechsle die Druckerpatronen, und, und, und, … Ach ja, und ich mache natürlich Bücher, ich lese also Manuskripte, lektoriere und korrigiere, kommuniziere mit den Autorinnen und Autoren, erstelle den Satz im Layout-Programm, hole Angebote von der Druckerei ein usw. Viele Aufgaben und immer neue Herausforderungen, aber das gefällt mir! Auch wenn die Zeit eigentlich immer zu knapp ist.

·        Was ist das Besondere an diesem Verlag?

Zum einen, dass wir eben alles selbst machen, wie eben beschrieben. Zum anderen, dass wir regional stark vernetzt sind. Der Verlag ist in der Region für die Region entstanden, wir haben eine starke Plattform für Kulturschaffende und Autor:innen in der Region aufgebaut. Der lichtung verlag ist hier ein Begriff. Das heißt natürlich nicht, dass unsere Bücher nicht auch überregional interessant sind!

·        Werbung für den Verlag, wie gestaltet diese sich?

Große Anzeigen können wir uns nicht leisten und ehrlich gesagt haben sie auch nicht mehr denselben Effekt wie früher. Wichtig ist für uns, lichtung-„Fans“ zu gewinnen, die unser Programm schätzen und uns auch weiterempfehlen. Das gelingt uns durch die Abonnent:innen unserer Zeitschrift. Wir versuchen präsent zu sein, durch Lesungen, bei regionalen Buchmessen. Wir sind in den sozialen Medien aktiv. Und wir versuchen natürlich, in der Presse besprochen zu werden.

·        Gibt es einen Schwerpunkt bzw. ein bestimmtes Genre in Bezug Bücher in Deinem Verlag? Z. B. Krimis, Kinderbücher oder Romantik?

Ja, wir haben ein belletristisches Programm für Erwachsene, wir verlegen also Romane, Erzählbände und Lyrik. Hin und wieder erscheinen auch Anthologien, Sachbücher oder Fotobände. In irgendeiner Weise haben unsere Bücher immer einen Bezug zu Ostbayern.

·        Thema Buchmessen? Wie steht der Verlag zu Buchmessen?

Messen sind immer ein großer Aufwand, auch in der Vor- und Nachbereitung, aber wir gehen gerne auf regionale Buchmessen, um unsere Leser:innen treffen zu können, um gesehen zu werden, um uns zu vernetzen. Dieses Jahr gab außerdem eine Premiere: Wir waren zum ersten Mal mit einem kleinen Stand auf der Leipziger Buchmesse! Und es hat großen Spaß gemacht, es ist toll, wie viele Leute aus der Branche man dort treffen kann und wie viele Menschen man erreicht. Ich kann mir vorstellen, dass wir das nächstes Jahr wiederholen … 

(hoffentlich wiederholt Ihr das... ich möchte Euch auch wieder besuchen kommen)

 Durch wie viele Hände geht ein Buch auf seinem Weg vom Schriftsteller bis hin zur Veröffentlichung?

Bei uns durch nicht so viele! Die meisten Autor:innen haben ihre Erstleser, bevor sie das Manuskript an uns weitergeben. Meine Kollegin Evi und ich lektorieren es in einem ersten Durchgang, dann wird es vom Autor oder der Autorin noch einmal überarbeitet. Dann setze ich es am Computer, das Satzmanuskript wird wiederum von uns beiden und dem Autor oder der Autorin korrigiert. Ich gebe die Korrekturen ein, den fertigen Satz gebe ich weiter an die Druckerei. Im Grunde sind es also nur drei Personen: Der Autor/die Autorin und wir zwei vom Verlag.

·        Wie kommt der Preis von einem Buch zustande?

Dafür wird eine Kalkulation erstellt. Man muss berücksichtigen, dass beim Verkauf über den Buchhandel mit dem Buchhandelsrabatt und dem Versand 50 Prozent vom Ladenpreis schon wegfallen – manchmal sogar mehr als 50 Prozent. Dann muss man noch die Druckkosten abziehen, das Honorar für den Autor oder die Autorin, die Kosten für das Lektorat und den Satz, Verwaltungskosten des Verlags, … von einem verkauften Buch bleibt viel weniger übrig, als manche denken. Bücher sind in letzter Zeit teurer geworden, das liegt daran, dass die Druckkosten in letzter Zeit enorm gestiegen sind. Wenn ich eine Neuauflage eines Buches plane, das vor zehn Jahren vielleicht 9,90 Euro gekostet hat, muss ich jetzt den Preis oft erhöhen – sonst zahle ich beim Verkauf des Buches sogar drauf.

·        Wie siehst Du das Verhältnis von E-Books und gebundenen Büchern? Gibt es vielleicht bald keine gedruckten Bücher mehr? Oder ist so ein Ebook eine gute Ergänzung?

Ich habe keine Angst vor E-Books. Einige unserer Bücher erscheinen parallel auch als E-Book. Die Verkaufszahlen sind zwar nicht riesig, aber der Aufwand, ein Buch auch als E-Book zu produzieren, ist gering. Es ist für uns ein sehr kleiner Zusatzmarkt. Ich denke, Print und E-Book werden sich auch in Zukunft ergänzen. Menschen, die gerne lesen, lesen oft gerne in beiden Formaten.

·        Was zeichnet in Deinen Augen ein gutes Buch aus?

Ein gutes Buch muss mir gefallen, ganz einfach. Ich kann nur Bücher verlegen, von denen ich auch selbst überzeugt bin. Das ist immer eine subjektive Entscheidung: Gefällt mir der Schreibstil, spricht mich das Thema an, passt es in unser Programm? So geht es mir ja auch, wenn ich Bücher aus anderen Verlagen lese: Ich merke schon auf den ersten Seiten, ob es ein Buch für mich ist.

  Wie viele Autoren arbeiten derzeit Deinen Verlag?

Puh, gute Frage! Wir verlegen fünf bis zehn Bücher pro Jahr, und das seit 35 Jahren … gerne arbeiten wir auch immer wieder mit denselben Autor:innen zusammen. Aktiv sind es vielleicht derzeit 20 bis 30 Autor:innen? Nachgezählt habe ich aber nicht.

·        Gibt es Autoren, von denen Du unbedingt mal gerne was verlegen würdest?

Die gilt es noch zu entdecken! Noch unbekannte Autor:innen, die es einfach drauf haben. Zum Beispiel jemand, der richtig gute, moderne Roman schreibt. Oder ein junger Autor oder eine Autorin, die Lyrik in bairischer Mundart schreibt.

·        Welche Voraussetzungen muss für Dich ein Manuskript erfüllen, damit es in die engere Auswahl für eine Veröffentlichung gelangt?

Es muss mich einfach packen! (siehe auch die Antwort oben drei Fragen vorher) 

·        Wie unterstützt Du die Autoren in Bezug auf Werbung?

Wir haben eine Verlagshomepage und Prospekte, sind auf Facebook und Instagram aktiv, wir versenden Presseexemplare, wir unterstützen bei der Suche nach Veranstaltungsorten oder organisieren selbst Lesungen, wir sind auf Messen, manchmal drucken wir Postkarten oder Lesezeichen zum Buch, … wir versuchen so aktiv wie möglich zu sein, aber unsere Zeit ist leider begrenzt.

·        Wie kommen die Autoren auf den Verlag / bzw. zu diesen Verlag? Welche Kriterien sind da auschlaggebend?

Wir arbeiten mit keinen Agenturen zusammen. Da wir ein gutes Netzwerk haben, kennen wir viele Kulturschaffende, man trifft sich irgendwo, bekommt eine Empfehlung, … Wir bekommen natürlich auch unzählige Manuskripteinsendungen, mehrere wöchentlich. Das ist aber ganz selten der Fall, dass eine unaufgeforderte Einsendung ins Programm aufgenommen wird. Zumal unser Programm mit 5 bis 10 Titeln so klein ist, dass wir kaum Neues dazunehmen können.

 

·        Wie sieht die Zukunft aus oder wie könnte die Zukunft aussehen?

Eine gute Frage! Ich glaube schon, dass es Bücher immer geben wird. Sorgen macht mir, dass die Vielfalt zunehmend verloren geht und es sich immer mehr auf große Verlagshäuser und bekannte Namen konzentriert. In den letzten Jahren haben schon sehr viele kleine Verlage, aber auch kleine Druckereien und inhabergeführte Buchhandlungen aufgehört. Wir spüren bisher zum Glück keinen Einbruch bei uns – und solange das so bleibt, machen wir auch weiter!

·        Deine Buchempfehlung für die Leser?

Mein Lieblingsbuch ist eigentlich immer unser aktuellstes Buch. Das ist gerade „Zeit fließt herein“ von Barbara Krohn. Sie hat ein eigenes Genre entwickelt, die „Alltagsrettungen“: Das sind kurze, poetische Prosatexte, die in wunderbaren, warmen Worten dazu aufrufen, die Perspektive zu wechseln. Klingt etwas esoterisch, ist es aber überhaupt nicht, sondern sehr poetisch und berührend. Aus anderen Verlagen haben mit zuletzt „Ehern“ von Luise Maier und „Dschinns“ von Fatma Aydemir beeindruckt.

·        Und zu guter Letzt, gibt es ein besonderes Erlebnis im Verlag /vom Verlag?

Hm. Schwierig, irgendetwas herauszugreifen! Am schönsten sind immer gelungene Veranstaltungen. Wenn man seine Bücher und Autor:innen bei Lesungen und Gesprächen präsentieren kann, manchmal auch an besonderen Orten, und wenn das auch gut ankommt beim Publikum, das ist sehr beglückend.

 

Liebe Kristine, danke für das tolle Interview und den Einblick in den lichtungs Verlag.  Übrigens gibt es sogar einen Podcast davon.  Und hier findet Ihr die bisher erschienenen Bücher . Also ich finde, das sind schon sehr intressante Bücher dabei :-)