Samstag, 9. Dezember 2017

Interview mit einer Autorin ... diesmal Renate Eckert

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Wenn man Renate Eckert sieht, denkt man, oh, was für eine lebeslustige Person. Sie strahlt viel Freude und Positives aus und ist immer am Lachen. Das sie allerdings spannende Krimis schreibt, denkt man von ihr nicht. Und trotzdem, drei spannende Krimis hat die Autorin schon herausgebracht und jeder spielt in einen anderen Landkreis. Von Stadtlauringen über Bad Kissingen hin nach
Schweinfurt Und das ist die Würze in den Krimis – sogenannte Regionalkrimis, die kommen immer gut an. Und da ich Renate schon öfters persönlich getroffen habe, wollte ich einfach mal mehr über die fränkische Autorin wissen. Am Ende stelle ich dann kurz ihre drei Krimis vor.

·       Wie kamst Du auf die Idee zum letzten Buch?
o   In Unterhaltungen mit anderen habe ich gespürt, dass viele Menschen auf der Suche nach ihrer Identität, nach ihren Wurzeln sind und mit Hypotheken aus der Vergangenheit zu kämpfen haben. Das hat mich inspiriert.

·       Sind dort eventuell biografische Elemente mit darin verarbeitet?
o   Nein, nicht direkt, aber ich denke man kann kein Buch schreiben, ohne sein eigenes Gefühlsleben mit zu verarbeiten
·       Warum Schweinfurt? Warum Bad Kissingen? Gibt es dort eine besondere Verbindung zu?
o   Naja, in Schweinfurt (oder in der Nähe) zu leben, ist mit den Jahren immer schöner geworden – und Bad Kissingen ist eine interessante, stolze Stadt

·       Ist schon ein neues Buch in Bearbeitung und wenn ja, möchtest Du mir kurz verraten, worum es diesmal geht?
o   Ja, ein neues Buch ist schon (fast) fertig – und – nein, ich möchte noch nicht verraten, worum es geht. Nur so viel – es ist wieder spannend. Ich kann nur Spannung schreiben offensichtlich.
·       Wärst Du lieber der Schurke oder der Gute in Deinen Krimis, falls Du dort eine Rolle spielen könntest?
o   Hm, den Schurken würde ich durchaus gerne mal spielen, wenn ich die Möglichkeit hätte.
·       Wie recherchierst Du für Deine Bücher?
o   Ich höre zu, entdecke eine Eigenschaft, die aus dem Rahmen fällt und dann entspinnt sich eine Story. Die echte Recherche kommt dann später und beinhaltet viele Gespräche mit allerlei liebenswerten Menschen, die mir helfen.

·       Hast Du lange gebraucht, um einen Verlag zu finden, der Deine Bücher druckt und herausbringt?
o   Einen Verlag zu finden, ist heutzutage die größte Herausforderung für einen Schriftsteller, ja, ich habe tatsächlich eine Weile gesucht. Das Verhältnis von eingesandten Manuskripten zu gedruckten Büchern ist z.B. bei Diogenes 30.000: 1. Das sagt alles, oder?
·       Du warst bestimmt nicht immer Autor. Welchen Beruf hast Du vor dem Schreiben ausgeführt und seit wann bist Du am Schreiben.
o   Nein, ich war nicht immer Autorin, habe aber eigentlich mein ganzes Leben geschrieben, erst beim Schweinfurter Tagblatt und dann als Pressereferentin im Landratsamt. Mein erstes Buch „Hungrige Schatten“ kam 2007 im Heyne-Verlag heraus. Seitdem schreibe ich Romane.
·       Hat sich Dein Leben verändert, als Du Dein erstes Buch herausgebracht hast?
o   Ja, mein Leben hat sich sogar gravierend verändert. Ich habe mir einen Traum erfüllt, bin aber auch empfindlicher geworden. Ich habe es mir einfacher vorgestellt, meine Gedanken mit so vielen Menschen zu teilen.
(umso schöner finde ich es, das Du das machst. Ich denke, Deine Bücher sind eine Bereicherung in der Leserwelt - wenigstens für mich:-D)
·       Wie sieht momentan Dein Alltag aus? Wieviel Zeit verbringst Du mit dem Schreiben? Und wie baust Du den Alltag in das Schreiben ein?
o   Momentan dreht sich mein Alltag um Lesungen und Signierstunden, aber wenn ich schreibe, bin ich ziemlich stringent. Ich schreibe dann in der Regel von 9 bis Mittag bei meiner Nachbarin! Sie hat kein Internet, also kann ich mich nicht ablenken. Für die letzten 50 bis 80 Seiten verkrieche ich mich total.
·       Hast Du noch Projekte, die Du in Zukunft erreichen wollen oder beenden wollen.
o   Oh ja, ich habe schon noch einige Ideen, die ich verwirklichen möchte.
·       3 Dinge, die zu einem perfekten Tag dazu gehören?

o   Eine gute Tasse Kaffee, ein erfrischendes Gespräch und klassische Musik.
·       Welcher Film bringt dich zum Lachen und welcher zum Weinen?
o   Es gibt einen Film: WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS, der bringt mich sowohl zum Lachen als auch zum Weinen.
·       Welches Buch kannst du uneingeschränkt empfehlen und warum?
o   Immer wieder DER ALTE MANN UND DAS MEER, er ist und bleibt in seiner genialen Schlichtheit unübertroffen.
·       Lebensmotto?
o   Niemals aufgeben
·       Was würdest du deinen Lesern gerne einmal sagen?
o   Oh ja, ich habe schon noch einige Ideen, die ich verwirklichen möchte.
·       Bestimmt wirst Du oft in Interviews das Gleiche gefragt. Welche Fragen können Du nicht mehr “lesen” und welche Frage würdest Du gerne einmal beantworten?
o   Ich beantworte eigentlich alle Fragen gern und ich würde gerne mal gefragt werden, ob das Schreiben Spaß macht. Tut es nämlich nur begrenzt. Da ist etwas, das will heraus und das ist manchmal verdammt anstrengend. Aber nicht zu schreiben, wäre noch viel schlimmer.
·       Planst Du Deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?
o   Ich lasse mich von einer Idee verführen, dann beginne ich zu schreiben. Am wichtigsten ist der Schluss. Den schreibe ich zuerst, der muss in Stein gemeißelt stehen, die Story und auch die Figuren können sich allerdings auf dem Weg dorthin entwickeln und überraschen mich manchmal selbst.
 ·       Ist Schreiben ein einsames Geschäft oder braucht man auch andere dazu?
o   Vom Grundsatz her ist man schon mit seinen Figuren allein, allerdings braucht man gute und ehrliche Freunde als Testleser. Sie müssen spiegeln, was man so von sich gibt und dürfen dir nicht nach dem Mund reden.  In meinem Fall sind das meine Tochter Kerstin und meine Freundin Luise Adamek.

·       Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir?
o   Tja, das frage ich mich auch – vielleicht weil du im besten Sinne ein neugieriger Mensch bist????
·       Wie gehst du mit negativen Rezensionen um?
o   Negative Rezensionen ziehen mich total runter, da bin ich überhaupt nicht souverän, auch wenn sie natürlich nötig sind.
·       Was magst du überhaupt nicht in Büchern?
o   Überhaupt nicht ausstehen kann ich hanebüchene, durchsichtige Stories, die so unrealistisch sind (es sei denn es geht um Fantasy), dass sie die Intelligenz des Lesers beleidigen.




Liebe Renate, vielen Dank für dieses tolle Interview. Bildergebnis für clipart blumenstrauß freiDas war ein sehr interessanter Einblick in deine Arbeit als Autorin. Und ich bin ganz gespannt auf den vierten Krimi.
Bisher sind von Renate Eckert folgende Krimis erschienen:



  

Wer mehr über die toughe Autorin lesen möchte, schaut mal bei Revista vorbei. Da ist auch ein sehr interessantes Interview.

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