(Bild habe ich mir von Amazon gemopst)
Ihr wisst, Ich liebe ja Steampunk. Und vor Weihnachten aht mich ein Autor angeschrieben, ob ich gerne mal sein Buch rezensieren möchte. Er hat mir dnan die Informationen zugsendet und ja, ich war begeistert. Aber – ja es gibt auch ein Aber. Es handelte sich um ein E-Book. Und ich lese doch keine elektronischen Bücher. So habe ich aber versprochen, Werbung für Charlie Chans Weihnachten – Mord in der Silver Creek Lodge". Zu machen. Dieses ist als E-Book pünktlich zu Heilig Abend erschienen. Sehr passend als Weihnachtsgeschenk.
Und da wir dann ein wenig ins Plaudern kamen, verriet mir der Autor Adrain Vogler, dass er sogar einen Steampunk Roman plant. Hey, wie toll ist das den!!
Und so kam ich auf die Iodee, den Autor zu interviewen. Er hat mir Rede und Antwort gestanden und hier … ach lest selber. Ein sehr ausführliches Interview. Danke dafür.
Block 1:
Inspiration & Buchideen
- Wie kamst du auf die Idee zu deinem letzten Buch?
- Ich arbeite derzeit an drei Buchprojekten, die jeweils unterschiedliche Inspirationsquellen haben:
- "Charlie Chans Weihnachten" entstand aus purer Leselust – ich liebe Weihnachtskrimis wie "Hercule Poirots Weihnachten" und wollte in der Weihnachtszeit einen solchen mit Charlie Chan schreiben. Die Rasputin-Verbindung kam durch ein YouTube-Video die Donner Pass Tragödie durch Recherchen zu Lake Tahoe, das auf meiner Reise-Bucket-List steht. Zentral war mir, die Familie Chan stärker einzubinden.
- Mein Charlie-Chan-Konzept unterscheidet sich dabei von den klassischen Romanen Earl Derr Biggers: Im Gegensatz zur rein fiktiven Welt verbindet "Der neue Charlie Chan Kanon" realen historischen Kontext mit meisterhafter Detektivarbeit. Die Romane basieren auf authentischen, bis heute ungelösten Kriminalfällen der 1930er und frühen 1940er Jahre.
- "Der Fluch des Rosetta Stone" begann nach einem Besuch im Britischen Museum. Zuerst dachte ich an einen Diebstahl des Steins – aber das war logistisch zu kompliziert (der Stein wiegt enorm viel) und erzählerisch zu flach. Das abgebrochene Fragment mit dem Fluch war die bessere Lösung.
- Das Konzept: Der Roman wird bewusst in wöchentlichen Episoden veröffentlicht, ganz im Geist der klassischen Fortsetzungsromane des 19. Jahrhunderts, wie sie einst im Strand Magazine erschienen. Jede Episode führt die Handlung weiter und endet an einem Punkt, der zum Weiterlesen einlädt.
- "Der Fächer aus roter Seide" entstand aus dem schlichten Wunsch, selbst eine Richter-Di-Geschichte zu schreiben, nachdem ich alle van Gulik-Romane verschlungen hatte. Mich fasziniert das Setting im alten China und die Kombination aus unheimlichen Fällen mit rationaler Lösung. Interessant ist auch, dass bei Richter Di immer mehrere Fälle ineinander verwoben sind.
- Sind darin biografische Elemente verarbeitet?
- Nein.
- Ist bereits ein neues Buch in Arbeit? Wenn ja, worum geht es?
- Ja, "Sherlock Holmes und der Fluch des Rosetta Stone" – ein Roman, der bewusst in wöchentlichen Episoden veröffentlicht wird, ganz im Geist der klassischen Fortsetzungsromane des 19. Jahrhunderts, wie sie einst im Strand Magazine erschienen. London, 1882: Ein fragmentierter Fluch, historische Atmosphäre und klassische Deduktion. Jede Episode führt die Handlung weiter und endet an einem Punkt, der zum Weiterlesen einlädt.
- Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende, oder verselbstständigen sich manchmal Charaktere?
- Das hängt stark vom Genre ab. Meine Kriminalromane – Charlie Chan, Richter Di und Sherlock Holmes – müssen exakt durchgeplant werden. Ich nutze die Zwei-Story-Struktur nach Todorov, um die klassische Mystery-Logik sauber aufzubauen. Hier kann nichts dem Zufall überlassen werden.
- Bei meinen Steampunk-Romanen mit kosmischem Horror à la Lovecraft ist das völlig anders. Da dürfen sich Ideen und Figuren verselbständigen – so geschehen mit der Protagonistin aus "Der Fluch des Uhrwerks", die ein absolutes Eigenleben entwickelte.
- Steampunk *freu*
- Hast du Orte/Gegenden selbst bereist, über die du in deinen Romanen schreibst? Warum wählst du diese Orte aus?
- Teils, teils. London und Großbritannien kenne ich gut, die amerikanische Ostküste auch – allerdings steht Lake Tahoe (Schauplatz von "Charlie Chans Weihnachten") noch auf meiner Bucket-List. Das alte China der Tang-Dynastie habe ich natürlich nicht bereist.
- Warum gerade diese Settings? Das kann ich nicht rational erklären – sie sprechen mich einfach an. Das viktorianische London, Amerika der 1930er/40er Jahre, das alte China – diese Epochen und Orte faszinieren mich.
- Ich mag auch das viktoriansche London 😊.
- Wie recherchierst du für deine Bücher?
- Alles zusammen – Bücher, Online-Quellen, Dokumentationen. Der Schwerpunkt liegt mittlerweile bei Online-Recherche. Durch meine wissenschaftliche Arbeit im IT-Bereich ist es mir in Fleisch und Blut übergegangen, alles gründlich zu recherchieren und zu belegen. Aber mit den Themen in meinen Romanen macht es deutlich mehr Spaß als in der Wissenschaft.
Block 2: Schreibprozess & Alltag
- Wann hast du herausgefunden, dass du hauptberuflich schreiben möchtest?
- Ich schreibe eigentlich schon mein ganzes Arbeitsleben lang – früher IT-Fachliteratur, seit der Corona-Zeit dann auch im Bereich der Belletristik. Es nimmt einen immer größeren Umfang ein, und ich bin auf der Suche nach einem Verlag, um das weiter zu professionalisieren. Nach meinen aktuellen drei Romanprojekten als selbstpublizierender Autor bin ich soweit, dass ich für das nächste Buch aktiv einen Verlag suche. Spätestens nächstes Jahr möchte ich auch auf der Frankfurter Buchmesse vertreten sein. Sollte ein Literaturagent das lesen und interessiert sein – bitte melden.
- Wie sieht momentan dein Alltag aus? Wieviel Zeit verbringst du mit dem Schreiben?
- Man kann wohl Zeiten des Ideensammelns und Zeiten des aktiven Schreibens unterscheiden. In der heißen Schreibphase ist es ein Schreiben rund um die Uhr. Bei meinem Sherlock Holmes brauchte ich allerdings drei Anläufe mit Pausen dazwischen. Und nach dem eigentlichen Schreiben ist ja noch viel Organisatorisches zu erledigen – das wird oft unterschätzt.
- Wie baust du Alltag und Schreibarbeit ineinander ein?
- Das ist wie bei jeder Arbeit – da unterscheidet sich Schreiben nicht von anderen Tätigkeiten, die man mit seinem Alltag vereinbaren muss. Störungen sind für fokussiertes Arbeiten Gift. Und beim Schreiben muss man damit klarkommen, alleine zu sein. Da habe ich kein Problem mit. Ich stehe früh auf und wenn ich schreibe, dann ist das von 6 Uhr bis 14 Uhr. Danach am späteren Nachmittag nochmal lesen, was man geschrieben hat.
- Hast du noch Projekte, die du in Zukunft erreichen oder abschließen möchtest?
- Einen Verlag finden und spätestens nächstes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse als Autor vertreten sein. Literarisch wird es nach den drei Kriminalromanen mit Charlie Chan, Richter Di und Sherlock Holmes wohl wieder Zeit für Cyrus Li und D.Chess, ein Steampunk-Abenteuer mit Lovecraft-Einschlag zu erleben – angekündigt habe ich das am Ende von "Der Fluch des Uhrwerks" ja schon. Als Ziel soll es ins tiefste Afrika gehen... Edgar Rice Burroughs lässt grüßen.
- Ui, villeicht treffen wir uns da ja mal 😊 Auf der FBM
- Nein, ich bewege mich in mehreren Genres: Detektivromane in drei unterschiedlichen Traditionen – Sherlock Holmes, Charlie Chan und Richter Di – sowie Steampunk-Romane mit Lovecraft-Elementen. Dazu kommt noch IT-Fachliteratur aus meinem früheren beruflichen Kontext.
Block 3:
Karriere & Verlag
- Hattest du lange Schwierigkeiten, einen Verlag zu finden, der deine Bücher druckt?
- Ich bin jetzt erst soweit, aktiv nach einem Verlag für meine fiktionalen Werke zu suchen. Für den Bereich der IT-Fachliteratur hatte ich nie Probleme, einen Verlag zu finden.
- Hat sich dein Leben verändert, seitdem du dein erstes Buch veröffentlicht hast?
- Nein, da hat sich wenig verändert. Ich bin quasi vom Leser zum Autor gewachsen.
- Hattest du vor dem Schreiben einen anderen Beruf? Wenn ja, welchen?
- Ich habe im IT-Bereich und wissenschaftlich gearbeitet – aber das Schreiben begleitet mich schon mein ganzes Arbeitsleben lang, zunächst als Fachliteratur, nun auch als Belletristik.
Block 4: Persönliches & Lebensweisheiten
- Was haben dir deine Eltern (Vater/Mutter) mitgegeben?
- Das Lesen kam wohl von meiner Mutter. Ich habe als Kind immer ihr Bücherregal bestaunt und ihre Geschichte gehört, dass sie als junges Mädchen "Vom Winde verweht" zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in Deutschland in einem Rutsch gelesen hat, als sie sich das Bein gebrochen hatte und ans Bett gefesselt war.
- 3 Dinge, die zu einem perfekten Tag dazugehören?
- Eine gute Tasse Kaffee (oder im Winter Tee), ein gutes Buch, das Spielen eines Songs auf einer meiner E-Gitarren, Zeit in der Natur (wenn das Wetter passt auf dem Rad). Der Autor gefällt mir :-D
- Welcher Film bringt dich zum Lachen, welcher zum Weinen?
- Zum Lachen: Die Fantomas-Filme mit Louis de Funès. Zum Weinen: Forrest Gump, als Forrest Jenny verliert.
- Lebensmotto?
- "Waving not drowning" und "Stay Alive!" – beide kommen aus dem Musikbereich von Interpreten bzw. Gruppen, die mir etwas bedeuten: Rupert Hine und Big Country.
Block 5: Leser:innen & Rezensionen
- Was würdest du deinen Lesern gerne einmal sagen?
- Keep on reading! Da gibt es so viel zu entdecken!
- Wie gehst du mit negativen Rezensionen um?
- Als Ansporn, besser zu werden. Man kann immer besser werden. Meine erste Steampunk-Geschichte um Cyrus Li und D.Chess hat 1- bis 2-Punkt-Wertungen auf Amazon erhalten. Ein Rezensent meinte, den einen Punkt gäbe es für die Bilder, nicht für die Geschichte. Mit den aktuellen Geschichten bin ich jetzt zufrieden, obwohl ich weiß, dass auch die noch ihre Defizite haben. Was beim nächsten Projekt adressiert werden wird.
- Welche Fragen kannst du in Interviews nicht mehr hören, welche würdest du gerne mal beantwortet sehen?
- So viele Interviews habe ich noch nicht gegeben.
- Wärst du lieber der Gute oder der Schurke in deinen Krimis?
- Eigentlich tendiere ich zum Guten. Doch ohne einen tollen Schurken sind die Geschichten eher mau. Der alte Uhrmacher aus "Der Fluch des Uhrwerks" hat mich fasziniert...
- Einmal frech gefragt: Wieso führe ich dieses Interview mit dir?
- Das frage ich mich auch – aber im Ernst: Weil ich klassische Detektivgeschichten in der Tradition der großen Meister schreibe und diese am Leben erhalten möchte. Und weil Self-Publishing-Autoren noch mehr auf Sichtbarkeit angewiesen sind. Außerdem: Wer sonst lässt Sherlock Holmes, Charlie Chan und Richter Di gleichzeitig Fälle lösen und schickt dann noch Steampunk-Helden nach Afrika? Da muss man doch mal nachfragen!
-
Ja,
genau das ist es. Weil ich Self-uplisher
Autoren unterstüzten möchte. Und dann
eben wegen dem Steampunk 😊
- Was magst du überhaupt nicht in Büchern?
- Wenn ich keine Emotion erkenne. Figuren brauchen Tiefe – auch die Helden dürfen nicht perfekt sein. Flache Charaktere, die nur funktionieren statt zu leben, machen eine Geschichte für mich uninteressant.
- Welches Buch kannst du uneingeschränkt empfehlen – und warum?
- Da gibt es so viele! Ich liebe Haruki Murakami, Dan Simmons, Tolkien, Michael Moorcock, Lovecraft und Stephen King... Empfehlungen sind aber immer auch an ein Genre gebunden:
- Science Fiction: Dan Simmons – "Die Hyperion-Gesänge" – epische Science Fiction vom Feinsten
- Historischer Roman: Margaret Mitchell – "Vom Winde verweht" – das Südstaaten- und Bürgerkriegs-Epos
- Stimmt - -sehr schön. Vor allem die Kleidung 😊
- Fantasy: J.R.R. Tolkien – "Der Herr der Ringe" oder Michael Moorcock – "Elric von Melniboné"
- Literarisches Rätsel: Carlos Ruiz Zafón – "Der Schatten des Windes" – ein Buch über die Entdeckung eines geheimnisvollen Buchs in einem Labyrinth verlassener Bücher
- Hört sich gut an
- Literatur:
- Haruki Murakami – "Naokos Lächeln"
Alle Bücher von Adrain Vogler sind bei Amazon bestellbar. (unbezahlte Werbung). Bisher habe ich aber nur E-Books gefunden.


