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Dienstag, 30. Juni 2026

Interview mit einem Autor ... Andreas M. Sturm

Ich muss äberlegen, seit wann kenne ich Andreas überhaupt? Sehr lange auf jedne Fall. Kennengelenrt auf der Leipziger Buchmesse kam ich an seinen Stand. Die Krimis haben mich damals  - wie auch heute - angesprochen. Und wr kamen irgendwie ins Gespräch. Es ist wirklich schon lange her :-). Das Foto ist von 2006.

Aber wer ist den Der Autor Andreas M. Sturm? 

Andreas M. Sturm ist ein waschechter Dresdner. Geboren wurde er 1962 in der sächsischen Landeshauptstadt, in der er bis heute gemeinsam mit seiner Frau lebt.

Nach seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher und dem anschließenden Studium zum Diplom-Betriebswirt arbeitete er viele Jahre in der Informatik. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit der Fotografie und guter Rockmusik.

Seine ersten Schreibversuche unternahm Andreas M. Sturm bereits mit 16 Jahren. Damals entstanden Kurzgeschichten und Western. Seine Leidenschaft für Kriminalromane brachte ihn schließlich dazu, ab 2009 selbst Krimis zu schreiben. So entstanden die erfolgreichen Fälle der Kommissarinnen Wolf und König, die von den Streifzügen des Autors durch seine Heimat Dresden inspiriert sind. Ich persönlich liebe diese Krimis mit den beiden Ermittlerinnen.

Doch dabei blieb es nicht: Neben der Reihe um Wolf und König schreibt Andreas M. Sturm auch die DDR-Krimireihe, zahlreiche Kurzgeschichten und ist Herausgeber mehrerer Anthologien.

Wie es sich für einen echten Krimiautor gehört, ist Andreas M. Sturm außerdem Mitglied im „SYNDIKAT“, dem Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur.

Ich freue mich sehr, dass Andreas M. Sturm sich die Zeit für dieses Interview genommen hat.

 

Block 1: Inspiration & Buchideen

 

1. Wie kamst du auf die Idee zu deinem letzten Buch?

 In meinem gerade erschienenen Kriminalroman »Tödliche Wetten« wollte ich etwas völlig Neues ausprobieren. In der Geschichte sollte mal keine Kommissarin ermitteln, sondern eine Person weitab des Polizeiberufs. Weil ich selbst für kurze Zeit in einem Callcenter gearbeitet habe, und so in der Lage bin, das berufliche Umfeld zu beschreiben, wählte ich eine Callcenter-Agentin aus.

 2. Sind darin biografische Elemente verarbeitet?

 Obwohl ich bereits nach wenigen Wochen im Callcenter gekündigt habe, hatte die kurze Zeitspanne mir gezeigt, dass die Firmenpolitik nicht mit meinen Werten übereinstimmte. Menschen, egal welchen Alters, Verträge aufzudrängen, widersprach meinen Ansichten eines seriösen Geschäftsgebarens. Zoe Mohns Ansichten im Buch über diese Umtriebe decken sich also mit meinen.

 3. Arbeitest du bereits an einem neuen Buch? Wenn ja, worum geht es?

 Zurzeit schreibe ich am 2. Band der Reihe »Zoe Mohn ermittelt«. In dem Buch ermittelt Zoe nach sie im Callcenter gekündigt wurde als Privatdetektivin. Verraten will ich jetzt nicht zu viel, aber die Geschichte wird die Leserin und den Leser in die dunkelsten Abgründe menschlicher Verkommenheit führen.

 4. Hast du die Orte oder Regionen, über die du schreibst, selbst bereist? Warum wählst du diese Schauplätze aus?

 Meine Bücher spielen alle in Dresden. Der Grund dafür ist simpel: Ich bin in dieser Stadt geboren und habe in und mit ihr gelebt. Ich kenne jedes Viertel in Dresden und das hält den Rechercheaufwand in Grenzen.

Abgesehen davon liebe ich meine Stadt. Sie ist wunderschön und bis auf einzelne Exemplare sind die Dresdner ein liebenswertes, tolerantes und interessiertes Völkchen.

                 Nächstes Jahr habe ich vor, mal Dresden zu besuchen :-)

5. Wie recherchierst du für deine Bücher?

 Glücklicherweise gibt es das Internet. Viele Informationen kann ich bei Wikipedia oder auf anderen Seiten nachschlagen. Die Dinge, die nicht digital erfasst wurden, kläre ich meist vor Ort, indem ich Zeitzeugen befrage.

 

Block 2: Schreibprozess & Alltag

 

1. Wann hast du erkannt, dass du hauptberuflich schreiben möchtest?

 Nach der positiven Resonanz auf mein erstes Buch »Vollstreckung«.

 2. Wie sieht dein Alltag derzeit aus? Wie viel Zeit verbringst du mit dem Schreiben?

 Vormittags arbeite ich anfallende Termine ab, bearbeite den Großteil der E-Mail-Kommunikation und erledige den Einkauf, wobei mich mein Diktiergerät begleitet. Oft ist bei meiner Rückkehr ein komplettes Kapitel bereits gespeichert. Nachmittags schreibe ich, meist bis spät abends. Die Stunden zähle ich dabei nie. Schreiben ist keine Arbeit für mich, es ist meine Liebe, meine Leidenschaft.

 3. Wie bringst du Alltag und Schreibarbeit unter einen Hut?

 Ich versuche ständig, mein Zeitmanagement zu optimieren.

 4. Welche Szene ist dir beim Schreiben besonders schwergefallen – und warum?

 Ich hatte absolut keine Probleme mit einzelnen Szenen. Zoe Mohn hat mir erzählt, was sie erlebt hat, ich musste nur noch alles aufschreiben.

 5. Welche Figur hat dich selbst am meisten überrascht?

 Oberkommissarin Jessica Schneider. Sie sollte eigentlich auf Distanz zu Zoe bleiben und nur eine Nebenrolle spielen. Doch das war Jessica gar nicht recht. Sie hat einfach die Initiative ergriffen und mit Zoe zusammengearbeitet.

 

6. Gibt es eine Figur, die dir ähnlich ist, obwohl du das ursprünglich nicht geplant hattest?

 In dem Buch »Tödliche Wetten« nicht. In der Reihe um die Kriminalkommissarinnen Karin Wolf & Sandra König dagegen schon. Ich verrate aber nicht, wer.

 

7. Welche Szene aus deinen Büchern würdest du gern selbst erleben?

 In »Tödliche Wetten« wäre das auf jeden Fall das Kapitel, in dem Oberkommissarin Jessica Schneider überraschend bei Zoe Mohn aufkreuzt und sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Das Gespräch der beiden interessanten Frauen, das gegenseitige Abtasten, das Ausloten der Möglichkeit einer Zusammenarbeit, mitzuerleben, würde mich schon reizen.

 

8. Welche Szene würdest du heute anders schreiben?

 Keine. Ich finde die Geschichte stimmig, so wie sie ist.

                Da kann ich nur zustimmen!! 

 9. Gibt es Projekte oder Ziele, die du in Zukunft noch verwirklichen möchtest?

 Ich möchte in naher Zukunft eine Krimireihe schreiben, die in Dresden Anfang des 20. Jahrhunderts spielt.

 

Block 3: Karriere & Verlag

 

1. Hattest du Schwierigkeiten, einen Verlag für deine Bücher zu finden?

 Nachdem ich meinen ersten Roman »Vollstreckung« fertig hatte, habe ich ihn dem damaligen fhl Verlag Leipzig angeboten. Die Zusage, das Buch zu veröffentlichen, folgte wenige Tage darauf. Aus dem fhl Verlag wurde später die edition krimi, bei der ich meine Bücher weiterhin veröffentliche.

 2. Hat sich dein Leben verändert, seit dein erstes Buch veröffentlicht wurde?

 Ich lebe seit dieser Zeit ständig in zwei unterschiedlichen Welten. Die eine ist die reale Welt, die andere die, die ich mit meinen Romangestalten gemeinsam bereise.

 3. Hast du vor deiner Tätigkeit als Autor einen anderen Beruf ausgeübt? Wenn ja, welchen?

 Ich habe meine Brötchen in der Informatik verdient. Krimis zu schreiben bringt nicht so viel ein, ist aber eindeutig spannender.

 

Block 4: Persönliches & Lebensweisheiten

 

1. Was haben dir deine Eltern mit auf den Weg gegeben?

 An der Stelle möchte ich meine Oma nennen. Ich habe bei ihr die schönsten Stunden meiner Kindheit verbracht. Bei Spaziergängen durch Dresden hat sie mir von der Schönheit der Stadt vor der Zerstörung berichtet. Schon damals hat sie in mir den Wunsch geweckt, ihre Erzählungen weiterzugeben. Deshalb plane ich eine Krimireihe, die meine Leserinnen und Leser in das alte Dresden entführen.

         Schön gesagt :-)

2. Welche drei Dinge gehören für dich zu einem perfekten Tag?

 Scheiben und meine Heldinnen Verbrechern hinterherhetzen. Mit meiner Frau zusammen sein. Zum Tagesausklang ein gutes Buch lesen.

 3. Worauf bist du außerhalb deiner Bücher besonders stolz?

 Das ich nach 41 Jahren immer noch mit meiner lieben Frau zusammen sein darf.

        Wow, Darauf darfst Du auch stolz drauf sein!! 

 4. Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben?

 Fang bloß früher mit dem Schreiben an! Eine Tätigkeit, die keine Arbeit, sondern Leidenschaft ist, entschädigt für fast alles.

 

Block 5: Leser & Rezensionen

 

1. Was möchtest du deinen Lesern gerne einmal sagen?

 Verliert nie die Liebe zum Buch.

         schön gesagt. Ich weiß, dass ich nie werde!

2. Wie gehst du mit negativen Rezensionen um?

 Ich gebe zu, dass Kritik mich im ersten Moment trifft. Ich schlafe dann eine Nacht drüber und lese mir die Rezension am nächsten Tag noch mal durch. Ist die Kritik berechtigt – bösartige Trollkommentare klammere ich bewusst aus – überlege ich, was ich beim nächsten Roman besser machen kann. Konstruktive Kritik hilft mir als Autor besser zu werden.

 3. Welche Interviewfrage kannst du nicht mehr hören – und welche würdest du gerne einmal beantworten? Oder mit den Augen rollen?

 Die gern gestellte Frage: Können Sie von Ihrer Schreiberei leben?, nervt mit den Jahren schon ein wenig. So dürr bin ich nicht, als dass man denken könnte, dass mir der Hungertod droht. Zudem geht es nicht nur ums Geldverdienen. Die Gestalten in meinen Geschichten mit Leben zu erfüllen, mitzufiebern, ob sie die gefährlichen Situationen gut überstehen – das weiß ich nämlich vorher oft nicht – kann mir kein noch so gut bezahlter Job bieten.

Stattdessen würde ich mich über die Frage freuen, ob ich mir überhaupt ein Leben ohne das Ausdenken von Geschichten vorstellen könnte.

        Und könntest Du es? ich denke, die Antwort ist nein :-) 

 

Block 6: Spaß & kreative Fragen

 

1. Würdest du in deinen Krimis lieber der Gute oder der Schurke sein?

 Eindeutig der Gute. Das entspricht meinem Naturell und ich könnte die Gesellschaft von Karin, Sandra, Sabine, Kathrin und Zoe genießen. Anderenfalls würden mir die Ladys die kalte Schulter zeigen, im schlimmsten Fall mich sogar vermöbeln.

           :-D

2. Was magst du in Büchern überhaupt nicht?

 Langatmigkeit.

 3. Welches Buch kannst du uneingeschränkt empfehlen – und warum?

 Oh, da gibt es viele. Stellvertretend möchte ich den Roman »Der Wettlauf mit dem Mammut« nennen. Das Buch ist schon vor über 25 Jahren von Jenő Szentiványi verfasst worden. Obwohl es ein Kinderbuch ist, zieht mich die Geschichte um eine Horde Steinzeitmenschen immer noch in seinen Bann.

 4. Wie viel Prozent Genie und wie viel Prozent Chaos stecken hinter deinen Büchern?

 Chaos hat bei meiner Art zu arbeiten keine Chance. Die Geschichte hinter einem spannenden Kriminalfall muss logisch sein, da kann ich es mir nicht leisten, mal eben ein Seiten vorher aufgeworfenes Problem zu vergessen. Meine Leserinnen und Leser bemerken solche Fehler.

Mit dem Begriff Genie gehe ich äußerst vorsichtig um. Mir fallen meine Geschichten einfach so ein, ohne dass ich mich anstrengen müsste. Das ist weder ein Verdienst noch Genie – bloß eine zu große Fantasie.

 

Vielen Dank für die interessanten Fragen. Es richtig Spaß gemacht, sie zu beantworten.

    Danke für die Zeit, diese zu beantworten. Ein sehr einblickendes Interview bei einen intressanten Autor. 

Ich kann diese Bücher -- alle nur bestens emfpeheln.  Besonders die Anthologiene mt dne Giftmorden :-D