Manchmal lernt man Menschen auf einer Buchmesse kennen
und erinnert sich später gar nicht mehr genau daran, wann die erste Begegnung
eigentlich war. So ging es mir auch mit Uwe Pauly. Kennengelernt habe ich ihn
auf der Leipziger Buchmesse – und seitdem sind wir uns immer mal wieder rund um
das Thema Bücher begegnet.
Uwe Pauly ist nicht nur Autor, sondern hat mit
Paulybooks seine eigene Plattform rund um seine Bücher und das Selfpublishing
aufgebaut. Seine Liebe zur Natur und zu Tieren zieht sich dabei wie ein roter
Faden durch seine Arbeit. Angefangen hat alles mit der Frage, was eigentlich
hinter unseren vielen tierischen Redewendungen steckt. Daraus entstanden unter
anderem Der Wolf im Schafspelz und Mühsam ernährt sich das
Eichhörnchen. Mit Karma Stories hat er 2025 eine ganz andere Seite
seines Schreibens gezeigt.
Grund genug, einmal genauer hinter die Kulissen zu
schauen: Wie entsteht eigentlich ein eigenes Buch? Was bedeutet Selfpublishing
wirklich? Welche Rolle spielen Vermarktung und Buchmessen? Und wie könnte die
Zukunft des Buches aussehen?
Darüber habe ich mit Uwe Pauly gesprochen.
Block 1: Paulybooks – die Idee dahinter
· Magst
du Paulybooks einmal in kurzen Worten vorstellen? Wie ist die Idee dazu
entstanden?
Paulybooks ist eine Wortmarke,
kein Verlag. Ich wollte damit einen einheitlichen und wiedererkennbaren Namen
für meinen Online-und Messeauftritt schaffen.
· Seit
wann gibt es Paulybooks und was war der Auslöser für die Gründung?
Die Wortmarke „paulybooks“
gibt es seit 2023. Da nach dem ersten Buch ein zweites und drittes folgte und
ich gerade an einem neuen Projekt arbeite, ist der Plural als Klammer für meine
Bücher nur folgerichtig gewesen.
· Wie
kommt ein Autor zu seinem eigenen Paulybooks?
Dies entspricht den gerade
erklärten Motiven.
· Was
unterscheidet Paulybooks aus deiner Sicht von anderen Möglichkeiten des
Selfpublishings?
Man kann als Autorin oder als
Autor selbstverständlich mit einem Psyeudonym arbeiten. Bei verschiedenen
Genres auch unterschiedliche Namen verwenden. Für mich ist „paulybooks“ als Submarke
anstelle des Autorennamens interessanter. Der Grund: mit meinem neuen Projekt
möchte ich versuchen auf dem englischsprachigem Raum Fuß zu fassen. Da klingt
der Name „Uwe“ recht schwierig und ist kaum auszusprechen. Bei „Pauly“ sieht es
schon anders aus und paulybooks würde klar den Bezug zu mir und den Büchern
herstellen.
Block 2: Vermarktung &
Buchmessen
· Wie
wichtig ist Werbung für ein selbst veröffentlichtes Buch? Welche Möglichkeiten
gibt es, auf ein Buch aufmerksam zu machen?
Leider ist Werbung in der
heutigen Zeit unerlässlich. Für ein gutes Marketing und eine
erfolgversprechende Werbung sind hohe
finanzielle Mittel notwendig. Verlage können dies leisten, Selfpublisher leider
nicht. Für diese sind Internetauftritte, Social Media Beiträge und Buchmessen
ein wichtiger Schritt, um auf sich und die Bücher aufmerksam zu machen. Die
Selfpublisher-Community hilft ebenfalls dabei. Entweder im
Selfpublisher-Verband oder die Kommunikation und Vernetzung der Autorinnen und
Autoren untereinander.
· Welche
Rolle spielen Social Media und andere digitale Plattformen bei der Vermarktung?
Offensichtlich unerlässlich.
Facebook, Instagram und TikTok sind die wesentlichen Plattformen, die man
bedienen sollte.
· Buchmessen
sind für viele Autoren ein wichtiger Treffpunkt. Wie steht Paulybooks zu
Buchmessen und welche Bedeutung haben sie für euch?
Buchmessen sind Teil des
Buchmarketing. Man sollte aber bedenken, dass Marketing immer mit Ausgeben
verbunden ist, um Bekanntheit zu erreichen. Der RoI – Return of Investment - stellt
sich erst später ein. Die Leipziger und die Frankfurter Buchmessen sind ein
wichtiger Treffpunkt, um als Autorin und Autor im Kontakt mit seinen Lesenden
zu treten und die Werke zu präsentieren. Jedoch ist die Teilnahme dort sehr
teuer. Man muss dabei den Kosten-Nutzen-Aspekt im Blick haben. Ich habe in
Leipzig als alleiniger Autor einen Stand betrieben, kenne aber auch
Selfpublisher, die sich Stände geteilt haben. Dann kann man die Ausgaben im
Vergleich zu den Einnahmen etwas geringer halten, sollte der Verkauf nicht
optimal laufen, da man auf diesen Messen nie voraussagen kann, ob sich der
Stand an einem optimalen Platz befindet.
Kleine, regionale Buchmessen
sind im Vergleich dazu wesentlich kostengünstiger und für die Besucher auch
übersichtlicher. Oft treffen dort auch Autorinnen und Autoren mit ihrer
Zielgruppe und mit ihren Leserinnen und Lesern zusammen.
(da kann ich nur zustimmen. Es ist für kleine Verlage und Autoren bzw. Selfpuplisher verdammt teuer geworden. In Frankfurt mehr als in Leipzig. Ich kenne viele und komme viel ins Gespräch. Es ist so, dass oft nur die Standgebühren eingenommen werden, aber wenig verdienst. Das finde ich absolut nicht gerecht! Außerdem sind kleine Buchmessen viel schöner aus der Sicht von mir. Da kommt man beser mit den Standleuten ins Gespräch :-D)
Block 3: Rund ums Buch
· Wie
setzt sich der Preis eines Buches zusammen? Welche Faktoren spielen dabei eine
Rolle?
Ich orientiere mich bei der
Preisgestaltung an ähnlichen Büchern im Handel. Zum einen die Seitenanzahl und das
Genre, in dem sich das Buch bewegt. Bei meiner Veröffentlichungs-Plattform BoD
(Books on Demand) werden ebenfalls Verkaufspreise vorgeschlagen, bei denen man
seine persönliche Marge einrechnen kann. Natürlich spielen noch Extrakosten
eine Rolle. Bei meinem ersten Buch habe ich 18 Zeichnungen für jedes Kapitel
anfertigen lassen. Bei vielen und teils moderneren Ausgaben gibt noch weitere
Faktoren: Anzahl der Farbseiten, Farbschnitt, das Cover – Hardcover mit Prägung
und so weiter.
· Wie
siehst du das Verhältnis von E-Books und gedruckten Büchern? Sind E-Books für
dich eine gute Ergänzung oder glaubst du, dass gedruckte Bücher irgendwann
verschwinden könnten?
Das eine schließt das andere
nicht aus. Ich habe für meine Bücher immer eine E-Book Konvertierung dazugebucht.
Man muss bedenken, dass es unterschiedliche Gründe für Leserinnen und Leser
gibt, sich für ein E-Book zu entscheiden. Das einfache Format ohne die üblich
Online-Bestellung mit Verpackung und Lieferung (ökologischer Aspekt) oder die
Urlaubslektüre, die das Gewicht der Koffer nicht unnötig belasten soll. Die
E-Books sind also eine gute Ergänzung zu den gedruckten Versionen. Für mich und
bestimmt für die meisten Leserinnen und Leser sind „richtige“ Bücher allerdings
unverzichtbar. Betrachtet man die aufwendig gestalteten Bücher im Bereich
Romance und Fantasy, kann ein E-Book das Originalbuch mit seiner Optik und
Haptik nicht ersetzen.
(ja, für mich eindeutig auch :-D)
· Was
zeichnet in deinen Augen ein gutes Buch aus?
Sehr einfach: es muss gefallen,
fesseln oder zum Nachdenken anregen. Es muss in Erinnerung bleiben. Vielleicht erschließt sich nicht alles nach 20
Seiten, aber wenn man danach das Gefühl hat, dass man die Story nicht versteht
oder man merkt, dass man das Buch weglegt und kaum weiterliest, dann lese ich
persönlich auch nicht weiter. Das ist
nicht schlimm, denn Geschmäcker der Lesenden sind verschieden und das bedeutet
nicht, dass es ein schlechtes Buch ist.
Block 4: Erfahrungen &
Zukunft
· Was
sind aus deiner Sicht die größten Herausforderungen beim Selfpublishing?
Resilienz. Man muss seine
Leidenschaft leben, nicht aufgeben und das weiter tun, was einem Spaß und
Erfüllung bringt. Als Selfpublisher sollte man sich immer bewusst sein, dass
man für sein Hobby lebt. Wenn es finanziell einträglich ist, umso besser. Doch
man sollte Realist sein und wissen, dass es die üblichen hohen Summen eines zu
erwartenden Buchverkaufes seitens eines Verlages nicht geben wird.
· Was
sollte ein Autor unbedingt wissen, bevor er sich für Selfpublishing
entscheidet?
Es gibt verschiedene
Plattformen, die man zum Selfpublishing nutzen kann – BoD (Books on Demand),
Tredition, Epubli, Amazon KDP und weitere. Es gibt dabei die Möglichkeiten das Cover
gestalkten zu lassen sowie Lektorat und Korrektorat dazu zu buchen. Dies ist
immer eine Frage der Kosten.
Vorteile:
-
das Buch bleibt dein Eigentum, du gibst es
nicht an einen Verlag ab
-
Eigengestaltung und Eigenverantwortung
-
es wird nur gedruckt, was bestellt wird
(ökologischer Aspekt und man landet nicht in der Schmökerkiste für 5.-€)
Nachteile:
-
keine Durchdringung im stationären
Buchhandel
-
Marketing und Verkauf obliegt einem selbst
Selfpublishing ist also ideal,
wenn Verlage das eigene Manuskript ablehnen. Es ist kostengünstig und
persönlicher, wenn man das erste Buch auf den Markt bringen möchte. Jedoch ist
es mit viel Aufwand verbunden, wenn man sein Buch im Web, auf Social Media oder
auf Buchmessen vermarkten möchte.
· Wie
sieht die Zukunft des Selfpublishings aus – und wie könnte sie deiner Meinung
nach aussehen?
Selfpublishing wird es weiter
geben und eventuell wir dieser Bereich noch stärker wachsen. Zum einen, da das
Interesse an Büchern vor allem bei der jungen, femininen Klientel im Bereich
Romance, Fantasy oder Romantasy weiter wächst und jeder sich mit seinem eigenen
Buch verwirklichen kann. Die großen Buchmessen werden weiter existieren, jedoch
werden aufgrund der finanziellen Möglichkeiten und des Druckes auf dem
Buchmarkt die Verlage weiterhin Unmengen an Geld in ihre großen Verkaufsstände
in den Messehallen investieren, was dazu führt, dass kleine und unabhängige
Verlage oder Autoren kaum wahrgenommen werden.
Es fällt jedoch auf, dass es
mittlerweile viele kleine und regionale Buchmessen für Selfpublisher gibt und
diese nicht nur von Autorinnen oder Autoren initiiert werden, sondern dass
Gemeinden sich stärker in diese kulturelle Bereicherung ihres Angebotes
einbringen und diese Messen organisieren. Das macht mir Mut für das
Selfpublishing.
· Gibt
es Entwicklungen im Buchmarkt, die du besonders spannend oder vielleicht auch
kritisch siehst?
Spannend ist der Buchmarkt allemal, In
jeder Hinsicht. Besonders die Covergestaltungen werden ansprechender und
origineller. Kritisch jedoch, dass die Verlage nur auf „Altbekanntes“ setzen
und den Mut für neue Bücher und Autorinnen und Autoren gerade aus dem
Selfpublisher Bereich meist scheuen. Man kann es an den Bücherregalen daran
erkennen, dass man neben dem Aufkleber „Spiegel Bestseller“ mittlerweile auch
„Spiegel Bestseller Autorin oder Autor“ in einer inflationären Form entdeckt.
Kritisch ist ebenfalls das Einfallstor der KI-Nutzung und dass selbst auf
Instagram Personen dafür werben, man könne sein Buch mit KI schreiben lassen.
Ich schätze aber, dass die wirklich Buchinteressierten dies ablehnen werden, da
kein geistiges Engagement bei diesen Veröffentlichungen vorausgesetzt werden
kann.
Block 5: Zum Abschluss
· Welche
Buchempfehlung hast du für unsere Leser?
Nicht verschließen. Alle
Angebote einmal ausprobieren. Vielleicht ist mal ein neues Genre dabei oder ein
Buch, was einen wider Erwarten besser gefällt, als sein Titel vermuten ließ.
· Und
zum Abschluss: Was möchtest du Autoren sagen, die gerade mit dem Gedanken
spielen, ihr erstes Buch selbst zu veröffentlichen?
Einfach machen. Ein Exposè bei
Verlagen einreichen.
Kleiner Tipp dabei für den
Pitch:
-
Worum geht es in dem Buch?
-
Für wen ist das Buch?
-
Warum gerade jetzt?
-
Warum bleibt die Idee im Kopf?
Sollten Absagen von den
Verlagen kommen, nicht verzweifeln. Es bleibt immer noch das Selfpublishing.
Und der direkte Austausch mit Besuchern auf einer Buchmesse ist unbezahlbar.
· Und zu
guter Letzt, gibt es ein besonderes Erlebnis im Paulybooks /vom Paulybooks?
Dazu kann ich leider nicht viel beitragen.
Doch vielleicht eine Sache. Ich vertreibe meine Bücher auch in den Supermärkten
meiner Region und hatte an dem einen oder anderen Advents-und Weihnachtsmarkt
in den letzten Jahren einen Stand gebucht. Auf einem Markt kam eine Kundin an
meinen Stand und hat mein zweites Buch gekauft, da sie mein erstes bereits in
einem Supermarkt in ihrem Ort erworben hatte. Das hat mich sehr gefreut, denn
ihr muss mein erstes Buch wohl gut gefallen haben.
Vielen Dank, Uwe, dass Du uns einen Einblick in Deine Arbeit mit Paulybooks und Deine Erfahrung mit dem Selfpuplishing gegeben hast. Es war spannend zu erfahren, was hinter der Veröffentlchungen eigener Bücher steckt und wie Du die Zukunft des Seflpuplishings einschätzt.
ICh wünsche Dir fr Paulybooks und Deine weiteren Projekte ganz viel Erfolg - und natürlch viele tolle Bücher, zufriedene LEser und weiterhin jede Menge Freude an dem, was Du machst!
Mein eigenes Apell daher: Kauft direkt vom Autor, von der Autorin und unterstützt auf jeden Fall Selfpuplishing!!!!
Unbezahlte Werbung!
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