Ein Leben ohne Bücher ist nicht lebenswert. (Erasmus von Rotterdam)
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Interviews
Dienstag, 25. August 2026
Selfpublishing – aus der Sicht eines Autors
Interview mit einem Autor ... Uwe Pauly
Manchmal begegnet man einem Menschen auf einer Buchmesse ganz zufällig – und irgendwann stellt man fest, dass aus dieser ersten Begegnung ein schöner Kontakt rund um Bücher und das Schreiben entstanden ist. So ging es mir mit Uwe Pauly, den ich auf der Leipziger Buchmesse kennengelernt habe.
Uwe Pauly ist Autor, leidenschaftlicher Beobachter der Natur und großer Tierfreund. Seine Liebe zu Tieren und zur Natur findet sich auch in seinen Büchern wieder. Dabei geht es bei ihm nicht nur um Geschichten, sondern immer wieder auch um die kleinen Besonderheiten, die uns im Alltag begegnen und zum Nachdenken, Schmunzeln oder Staunen bringen.
Vom Schreiben über tierische Redewendungen bis hin zu seinen neueren Geschichten hat Uwe Pauly dabei ganz unterschiedliche Facetten des Schreibens gezeigt. Und natürlich wollte ich genauer wissen, was hinter seinen Büchern steckt: Woher kommen seine Ideen? Wie entstehen seine Geschichten? Was treibt ihn als Autor an – und was macht einen perfekten Schreibtag für ihn aus?
Wer sich darüber hinaus für das Thema Selfpublishing und für die Arbeit hinter den eigenen Büchern interessiert, sollte unbedingt auch in unser zweites Gespräch schauen: „Selfpublishing – aus der Sicht eines Autors“. Dort sprechen wir mit Uwe Pauly ausführlicher über Paulybooks, die Veröffentlichung eigener Bücher, Vermarktung, Buchmessen und die Zukunft des Selfpublishings.
Deshalb freue ich mich sehr, Uwe Pauly heute ein paar Fragen zu stellen und einen kleinen Blick hinter die Kulissen seines Autorenlebens werfen zu dürfen.
Block 1: Inspiration & Buchideen
- Wie kamst du auf die Idee zu deinen Büchern?
Es schlummerten einige kleine Kurzgeschichten auf meinem PC. Dann bekam ich zwei Bücher über Redewendungen in die Hände und habe mich gefragt, warum die Erklärung der vor allem Tiere betreffenden Redensarten doch sehr kurzgehalten wurde. Mir fehlten dazu noch Hintergrundinformationen, Fakten oder kleine Geschichten über die besagten Tiere. Somit war die Idee eines Buches geboren. Durch viele Hinweise nach meinem ersten Buch über tierische Redewendungen ergab sich folgerichtig ein zweiter Teil, bei dem es dann um tierische Begriffe ging.
- Welche Autoren oder Bücher haben dich selbst besonders geprägt?
Drei Bücher haben mich besonders beeindruckt: Patrick Süskind – Das Parfüm, Arturo Pèrez-Reverte – Der Club Dumas (obwohl ich den Film „Die Neun Pforten“ besser fand, doch das Buch hatte ein etwas anderes Thema) und Elli Radinger – Die Weisheit der Wölfe. Aber eigentlich finde ich aus fast jedem Genre etwas.
- Ist bereits ein neues Buch in Arbeit? Wenn ja, worum geht es?
Ich bin gerade dabei einen Roman zu schreiben. Das Thema ist künstliche Intelligenz und welche Auswirkungen ein bestimmtes KI-System auf die Menschen persönlich und auf die Gesellschaft hat.
- Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende, oder verselbstständigen sich manchmal Charaktere?
Bei meinen „Sachbüchern“ war es relativ einfach die Struktur von A bis Z chronologisch mit den entsprechenden Tieren, den dazugehörigen Redewendungen und Begriffen zu füllen. Bei dem jetzigen Roman betrete ich Neuland und habe mir für den Plot etwas Hilfe mittels eines Buches „Rette die Katze!“ von Blake Snyder geholt. Die Charaktere verändern sich bei meinem neuen Projekt eigentlich nicht. Ich habe im Vorfeld schon versucht, die Persönlichkeiten klar zu definieren. Ich schätze aber, dass das Lektorat für mich noch spannend, herausfordernd und lehrreich sein wird.
- Hast du Orte/Gegenden selbst bereist, über die du in deinen Romanen schreibst? Warum wählst du diese Orte aus?
Für meine Sachbücher habe ich keine Orte bereist. Manchmal jedoch buche ich für etwa eine Woche eine Ferienwohnung in der Oberlausitz, um konzentriert zu arbeiten. Die Vielfalt der Natur half mir dort besonders für meine ersten beiden Bücher.
Tatsächlich bin ich aber für meinen neuen Roman in diesem Frühjahr nach Philadelphia/USA gereist, da dort der Schauplatz meines neuen Buches ist.
- Wie recherchierst du für deine Bücher?
Viele Fakten und Hintergrundinformationen meiner Sachbücher habe ich durch mehrmalige Teilnahmen an Outdoor-Seminaren mit Naturbezug erhalten. Aber auch entsprechende Literatur half mir bei der Recherche und dem Schreibprozess.
Block 2: Schreibprozess & Alltag
- Schreibst Du hauptberuflich und wenn ja, wann hast Du das rausgefunden, Schreiben zu deinem Beruf machen möchtest?
Das Schreiben ist mein Hobby. Natürlich träumt jeder Selfpublisher davon, einen Anruf von einem Verlag zu bekommen und mit seinem Werk in allen Buchläden Deutschlands verfügbar zu sein. Man darf aber dabei nicht unterschätzen, dass ein Verlagsengagement mit viel Arbeit und vor allem Zeitdruck verbunden ist. Und man muss entscheiden, ob man seinen sicheren Beruf – so man ihn denn hat – dafür aufgeben kann. Solange mir das Schreiben in meiner Freizeit viel Spaß macht und ich die Kommunikation auf den verschiedenen Buchmessen liebe, bin ich mit meinem Hobby durchaus zufrieden.
- Was machst du, wenn du beim Schreiben nicht weiterkommst?
Die Hauptzeit des Schreibens findet bei mir an den Wochenenden statt. Damit bleibt immer etwas Zeit, den letzten Teil zu rekapitulieren und gehe dann den letzten Part noch einmal durch. Damit und durch Ideen, die mir zwischendurch einfallen, habe ich keinen Schreib-Blackout.
- Gibt es bestimmte Rituale, ohne die du nicht schreiben kannst?
Die Rituale habe ich nicht. Ausgeschlafen sein und Ruhe reichen bei mir aus. Oder manchmal der Rückzug für eine Woche in eine Ferienwohnung.
- Wie sieht momentan dein Alltag aus? Wieviel Zeit verbringst du mit dem Schreiben?
Dies ist schwer einzuschätzen. Von einem Autor habe ich einmal gehört, dass er eine Stunde am Tag schreibt. Grob kann ich sagen, dass ich an den Wochenenden etwa vier Stunden schreibe.
- Wie baust du Alltag und Schreibarbeit einander ein?
Die gerade erwähnte eine Stunde pro Tag lässt sich für mich an den Wochentagen schlecht realisieren. Also bleibt mir nur das Wochenende oder auch im Urlaub nutze ich einige Tage zum Schreiben. Ich setze mich aber selbst nicht unter Druck und lege mir kein Datum zur Veröffentlichung eines Buches fest.
Block 3: Karriere & Verlag
- Hattest du lange Schwierigkeiten, einen Verlag zu finden, der deine Bücher veröffentlicht?
Für ein Projekt hatte ich in diesem Jahr ein Exposé bei 6 Verlagen eingereicht – ohne Rückmeldung. Also bleibt es bei mir beim Selfpublishing.
- Hat sich dein Leben verändert, seitdem du dein erstes Buch veröffentlicht hast?
Im Grunde nicht, was den Alltag betrifft. Das Marketing, die Vorbereitung und die Präsenz auf Buchmessen nehmen etwas mehr Zeit in Anspruch, aber es macht auch Spaß.
- Welchen Beruf hast du vor deiner Tätigkeit als Autor ausgeübt?
Ich bin im Außendienst in einem guten und sicheren Arbeitsumfeld tätig und würde dies nicht so schnell aufgeben.
- Welches deiner eigenen Bücher liegt dir persönlich besonders am Herzen – und warum?
Es ist natürlich das erste Buch „Der Wolf im Schafspelz – das Buch der tierischen Redewendungen“. Das allererste Buch ist immer etwas ganz besonders. Man steckt sehr viel Energie aber auch Hoffnung hinein und findet das Gesamtpaket mit Covergestaltung und Inhalt passend. Was die Lesenden daraus machen, weiß man selbstverständlich noch nicht, aber die Rückmeldungen für das Buch waren sehr positiv. Das hat mich gefreut und ermutigt weiterzumachen.
Block 4: Persönliches & Lebensweisheiten
- Was haben dir deine Eltern mitgegeben?
Nicht allzu viel. Es wurde nicht viel gelesen in unserer Familie. Bei den Großeltern standen vielleicht 10 Bücher im Schrank, soweit ich mich erinnern kann. Und es war nicht ein Klassiker der Weltliteratur dabei.
- 3 Dinge, die zu einem perfekten Tag dazugehören?
Kein Stress - in irgendeiner Form.
- Welcher Film bringt dich zum Lachen, welcher zum Weinen?
„Forrest Gump“ – dieser Film hat beides. Er ist lustig, traurig und lehrreich. Ich mag die Story und die Filmmusik. Im Übrigen mag ich Filme und Bücher, die basierend auf wahren Begebenheiten eine Geschichte darum erzählen, zum Beispiel „Tyll“ von Daniel Kehlmann.
- Lebensmotto?
Freue Dich an jedem Tag. Sei froh, wenn Du gesund bist, und denke an andere Menschen, denen es nicht so geht.
Grob gesagt: Empathie und Demuth.
Block 5: Leser und Leserinnen & Rezensionen
- Was würdest du deinen Lesern gerne einmal sagen?
Danke, dass ich mit meinen Büchern zur Unterhaltung und zur Wissensgewinnung beitragen konnte.
- Wie gehst du mit negativen Rezensionen um?
Ich hatte nur eine negative Rückmeldung, wenn man das so nennen kann. Diese fand ich aber unpassend, denn es wurde eine bestimmte „Tiefe“ in meinem Buch vermisst. Für ein Sachbuch recht schwierig umzusetzen, denke ich.
- Welche Fragen kannst du in Interviews nicht mehr hören und welche Frage würdest du selbst gerne einmal gestellt bekommen?
Selbstverständlich bekommt man oft dieselben Fragen: ‚wie kamst du zu schreiben?‘ oder ‚wie lange hast du an dem Buch geschrieben?‘. Aber diese Fragen sind legitim und werden immer von mir beantwortet. Das stört mich überhaupt nicht.
Eine Frage, die man mir einmal stellen könnte, wäre: ‚hast du schon einmal an dir als Autor gezweifelt und wolltest aufgeben?‘ Das wäre dann ein langes Interview. 😊
(okay, lieber Uwe, dann machen wir gerne ein zweites Interview! :-)
Block 6: Spaß & Kreative Fragen
- Was magst du überhaupt nicht in Büchern?
Wenn Bücher mehr als 500 Seiten mit kleiner Schrift haben und KI-generierte Bücher.
- Welches Buch kannst du uneingeschränkt empfehlen – und warum?
Das Buch von Elli Radinger „Die Weisheit der Wölfe“ ist eine Empfehlung für den Arbeitsalltag und auch für den sozialen Bereich. Die Wölfe lehren uns, dass der Zusammenhalt der Gemeinschaft, der Familie am wichtigsten ist. Es gibt kein „Alpha-Tier“. Die Harmonie und das gleichberechtigte Miteinander mit bestimmten Regeln sind der Grundstein für ein intaktes und funktionierendes Zusammenleben.
Inzwischen hat sich bei Uwe allerdings einiges verändert. Die diesjährige Leipziger Buchmesse hat er ausgelassen. Stattdessen möchte er sich zunächst auf kleinere Selfpublisher-Messen konzentrieren und dort seine Bücher und den persönlichen Austausch mit den Lesern pflegen. Für dieses Jahr stehen unter anderem Parchim, Kiel, Krakow, Eggebek und Tessin bei Rostock auf seinem Messeplan. Im kommenden Jahr soll dann auch die Hamburger Buchmesse dazukommen.
Vielen Dank, Uwe, für deine Zeit und die schönen Einblicke in dein Autorenleben. Ich wünsche dir für dein neues Projekt ganz viel Erfolg – und natürlich weiterhin viele schöne Begegnungen mit deinen Lesern!
Ja, und um welche Bcher es sich handeln, dass seht Ihr hier. Dort auch direkt zu kaufen. (unbezahlte Werbung!)


Dienstag, 30. Juni 2026
Interview mit einem Autor ... Andreas M. Sturm
Ich muss überlegen, seit wann kenne ich Andreas überhaupt? Sehr lange auf jedne Fall. Kennengelenrt auf der Leipziger Buchmesse kam ich an seinen Stand. Die Krimis haben mich damals - wie auch heute - angesprochen. Und wr kamen irgendwie ins Gespräch. Es ist wirklich schon lange her :-). Das Foto ist von 2006.
Aber wer ist den Der Autor Andreas M. Sturm?
Andreas M. Sturm ist ein waschechter Dresdner. Geboren wurde er 1962 in der sächsischen Landeshauptstadt, in der er bis heute gemeinsam mit seiner Frau lebt.
Nach seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher und dem anschließenden Studium zum Diplom-Betriebswirt arbeitete er viele Jahre in der Informatik. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit der Fotografie und guter Rockmusik.
Seine ersten Schreibversuche unternahm Andreas M. Sturm bereits mit 16 Jahren. Damals entstanden Kurzgeschichten und Western. Seine Leidenschaft für Kriminalromane brachte ihn schließlich dazu, ab 2009 selbst Krimis zu schreiben. So entstanden die erfolgreichen Fälle der Kommissarinnen Wolf und König, die von den Streifzügen des Autors durch seine Heimat Dresden inspiriert sind. Ich persönlich liebe diese Krimis mit den beiden Ermittlerinnen.
Doch dabei blieb es nicht: Neben der Reihe um Wolf und König schreibt Andreas M. Sturm auch die DDR-Krimireihe, zahlreiche Kurzgeschichten und ist Herausgeber mehrerer Anthologien.
Wie es sich für einen echten Krimiautor gehört, ist Andreas M. Sturm außerdem Mitglied im „SYNDIKAT“, dem Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur.
Ich freue mich sehr, dass Andreas M. Sturm sich die Zeit für dieses Interview genommen hat.
Block 1: Inspiration & Buchideen
1. Wie kamst du auf die Idee zu deinem letzten Buch?
In meinem gerade erschienenen Kriminalroman »Tödliche Wetten« wollte ich etwas völlig Neues ausprobieren. In der Geschichte sollte mal keine Kommissarin ermitteln, sondern eine Person weitab des Polizeiberufs. Weil ich selbst für kurze Zeit in einem Callcenter gearbeitet habe, und so in der Lage bin, das berufliche Umfeld zu beschreiben, wählte ich eine Callcenter-Agentin aus.
2. Sind darin biografische Elemente verarbeitet?
Obwohl ich bereits nach wenigen Wochen im Callcenter gekündigt habe, hatte die kurze Zeitspanne mir gezeigt, dass die Firmenpolitik nicht mit meinen Werten übereinstimmte. Menschen, egal welchen Alters, Verträge aufzudrängen, widersprach meinen Ansichten eines seriösen Geschäftsgebarens. Zoe Mohns Ansichten im Buch über diese Umtriebe decken sich also mit meinen.
3. Arbeitest du bereits an einem neuen Buch? Wenn ja, worum geht es?
Zurzeit schreibe ich am 2. Band der Reihe »Zoe Mohn ermittelt«. In dem Buch ermittelt Zoe nach sie im Callcenter gekündigt wurde als Privatdetektivin. Verraten will ich jetzt nicht zu viel, aber die Geschichte wird die Leserin und den Leser in die dunkelsten Abgründe menschlicher Verkommenheit führen.
4. Hast du die Orte oder Regionen, über die du schreibst, selbst bereist? Warum wählst du diese Schauplätze aus?
Meine Bücher spielen alle in Dresden. Der Grund dafür ist simpel: Ich bin in dieser Stadt geboren und habe in und mit ihr gelebt. Ich kenne jedes Viertel in Dresden und das hält den Rechercheaufwand in Grenzen.
Abgesehen davon liebe ich meine Stadt. Sie ist wunderschön und bis auf einzelne Exemplare sind die Dresdner ein liebenswertes, tolerantes und interessiertes Völkchen.
Nächstes Jahr habe ich vor, mal Dresden zu besuchen :-)
5. Wie recherchierst du für deine Bücher?
Glücklicherweise gibt es das Internet. Viele Informationen kann ich bei Wikipedia oder auf anderen Seiten nachschlagen. Die Dinge, die nicht digital erfasst wurden, kläre ich meist vor Ort, indem ich Zeitzeugen befrage.
Block 2: Schreibprozess & Alltag
1. Wann hast du erkannt, dass du hauptberuflich schreiben möchtest?
Nach der positiven Resonanz auf mein erstes Buch »Vollstreckung«.
2. Wie sieht dein Alltag derzeit aus? Wie viel Zeit verbringst du mit dem Schreiben?
Vormittags arbeite ich anfallende Termine ab, bearbeite den Großteil der E-Mail-Kommunikation und erledige den Einkauf, wobei mich mein Diktiergerät begleitet. Oft ist bei meiner Rückkehr ein komplettes Kapitel bereits gespeichert. Nachmittags schreibe ich, meist bis spät abends. Die Stunden zähle ich dabei nie. Schreiben ist keine Arbeit für mich, es ist meine Liebe, meine Leidenschaft.
3. Wie bringst du Alltag und Schreibarbeit unter einen Hut?
Ich versuche ständig, mein Zeitmanagement zu optimieren.
4. Welche Szene ist dir beim Schreiben besonders schwergefallen – und warum?
Ich hatte absolut keine Probleme mit einzelnen Szenen. Zoe Mohn hat mir erzählt, was sie erlebt hat, ich musste nur noch alles aufschreiben.
5. Welche Figur hat dich selbst am meisten überrascht?
Oberkommissarin Jessica Schneider. Sie sollte eigentlich auf Distanz zu Zoe bleiben und nur eine Nebenrolle spielen. Doch das war Jessica gar nicht recht. Sie hat einfach die Initiative ergriffen und mit Zoe zusammengearbeitet.
6. Gibt es eine Figur, die dir ähnlich ist, obwohl du das ursprünglich nicht geplant hattest?
In dem Buch »Tödliche Wetten« nicht. In der Reihe um die Kriminalkommissarinnen Karin Wolf & Sandra König dagegen schon. Ich verrate aber nicht, wer.
7. Welche Szene aus deinen Büchern würdest du gern selbst erleben?
In »Tödliche Wetten« wäre das auf jeden Fall das Kapitel, in dem Oberkommissarin Jessica Schneider überraschend bei Zoe Mohn aufkreuzt und sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Das Gespräch der beiden interessanten Frauen, das gegenseitige Abtasten, das Ausloten der Möglichkeit einer Zusammenarbeit, mitzuerleben, würde mich schon reizen.
8. Welche Szene würdest du heute anders schreiben?
Keine. Ich finde die Geschichte stimmig, so wie sie ist.
Da kann ich nur zustimmen!!
9. Gibt es Projekte oder Ziele, die du in Zukunft noch verwirklichen möchtest?
Ich möchte in naher Zukunft eine Krimireihe schreiben, die in Dresden Anfang des 20. Jahrhunderts spielt.
Block 3: Karriere & Verlag
1. Hattest du Schwierigkeiten, einen Verlag für deine Bücher zu finden?
Nachdem ich meinen ersten Roman »Vollstreckung« fertig hatte, habe ich ihn dem damaligen fhl Verlag Leipzig angeboten. Die Zusage, das Buch zu veröffentlichen, folgte wenige Tage darauf. Aus dem fhl Verlag wurde später die edition krimi, bei der ich meine Bücher weiterhin veröffentliche.
2. Hat sich dein Leben verändert, seit dein erstes Buch veröffentlicht wurde?
Ich lebe seit dieser Zeit ständig in zwei unterschiedlichen Welten. Die eine ist die reale Welt, die andere die, die ich mit meinen Romangestalten gemeinsam bereise.
3. Hast du vor deiner Tätigkeit als Autor einen anderen Beruf ausgeübt? Wenn ja, welchen?
Ich habe meine Brötchen in der Informatik verdient. Krimis zu schreiben bringt nicht so viel ein, ist aber eindeutig spannender.
Block 4: Persönliches & Lebensweisheiten
1. Was haben dir deine Eltern mit auf den Weg gegeben?
An der Stelle möchte ich meine Oma nennen. Ich habe bei ihr die schönsten Stunden meiner Kindheit verbracht. Bei Spaziergängen durch Dresden hat sie mir von der Schönheit der Stadt vor der Zerstörung berichtet. Schon damals hat sie in mir den Wunsch geweckt, ihre Erzählungen weiterzugeben. Deshalb plane ich eine Krimireihe, die meine Leserinnen und Leser in das alte Dresden entführen.
Schön gesagt :-)
2. Welche drei Dinge gehören für dich zu einem perfekten Tag?
Scheiben und meine Heldinnen Verbrechern hinterherhetzen. Mit meiner Frau zusammen sein. Zum Tagesausklang ein gutes Buch lesen.
3. Worauf bist du außerhalb deiner Bücher besonders stolz?
Das ich nach 41 Jahren immer noch mit meiner lieben Frau zusammen sein darf.
Wow, Darauf darfst Du auch stolz drauf sein!!
4. Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben?
Fang bloß früher mit dem Schreiben an! Eine Tätigkeit, die keine Arbeit, sondern Leidenschaft ist, entschädigt für fast alles.
Block 5: Leser & Rezensionen
1. Was möchtest du deinen Lesern gerne einmal sagen?
Verliert nie die Liebe zum Buch.
schön gesagt. Ich weiß, dass ich nie werde!
2. Wie gehst du mit negativen Rezensionen um?
Ich gebe zu, dass Kritik mich im ersten Moment trifft. Ich schlafe dann eine Nacht drüber und lese mir die Rezension am nächsten Tag noch mal durch. Ist die Kritik berechtigt – bösartige Trollkommentare klammere ich bewusst aus – überlege ich, was ich beim nächsten Roman besser machen kann. Konstruktive Kritik hilft mir als Autor besser zu werden.
3. Welche Interviewfrage kannst du nicht mehr hören – und welche würdest du gerne einmal beantworten? Oder mit den Augen rollen?
Die gern gestellte Frage: Können Sie von Ihrer Schreiberei leben?, nervt mit den Jahren schon ein wenig. So dürr bin ich nicht, als dass man denken könnte, dass mir der Hungertod droht. Zudem geht es nicht nur ums Geldverdienen. Die Gestalten in meinen Geschichten mit Leben zu erfüllen, mitzufiebern, ob sie die gefährlichen Situationen gut überstehen – das weiß ich nämlich vorher oft nicht – kann mir kein noch so gut bezahlter Job bieten.
Stattdessen würde ich mich über die Frage freuen, ob ich mir überhaupt ein Leben ohne das Ausdenken von Geschichten vorstellen könnte.
Und könntest Du es? ich denke, die Antwort ist nein :-)
Block 6: Spaß & kreative Fragen
1. Würdest du in deinen Krimis lieber der Gute oder der Schurke sein?
Eindeutig der Gute. Das entspricht meinem Naturell und ich könnte die Gesellschaft von Karin, Sandra, Sabine, Kathrin und Zoe genießen. Anderenfalls würden mir die Ladys die kalte Schulter zeigen, im schlimmsten Fall mich sogar vermöbeln.
:-D
2. Was magst du in Büchern überhaupt nicht?
Langatmigkeit.
3. Welches Buch kannst du uneingeschränkt empfehlen – und warum?
Oh, da gibt es viele. Stellvertretend möchte ich den Roman »Der Wettlauf mit dem Mammut« nennen. Das Buch ist schon vor über 25 Jahren von Jenő Szentiványi verfasst worden. Obwohl es ein Kinderbuch ist, zieht mich die Geschichte um eine Horde Steinzeitmenschen immer noch in seinen Bann.
4. Wie viel Prozent Genie und wie viel Prozent Chaos stecken hinter deinen Büchern?
Chaos hat bei meiner Art zu arbeiten keine Chance. Die Geschichte hinter einem spannenden Kriminalfall muss logisch sein, da kann ich es mir nicht leisten, mal eben ein Seiten vorher aufgeworfenes Problem zu vergessen. Meine Leserinnen und Leser bemerken solche Fehler.
Mit dem Begriff Genie gehe ich äußerst vorsichtig um. Mir fallen meine Geschichten einfach so ein, ohne dass ich mich anstrengen müsste. Das ist weder ein Verdienst noch Genie – bloß eine zu große Fantasie.
Vielen Dank für die interessanten Fragen. Es richtig Spaß gemacht, sie zu beantworten.
Danke für die Zeit, diese zu beantworten. Ein sehr einblickendes Interview bei einen intressanten Autor.
Ich kann diese Bücher -- alle nur bestens emfpeheln. Besonders die Anthologiene mt dne Giftmorden :-D